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Nazis stoppen! Am 1.Mai gemeinsam nach Dortmund

Am 1. Mai wollen Neonazis der Partei “Die Rechte” durch Dortmunder Vororte marschieren. Am Kampftag der Arbeiter*innenbewegung wollen sie ihre völkische und rassistische Hetze auf die Straße tragen. Antifaschistische Gruppen aus NRW rufen dazu auf, dem Aufmarsch der Neonazis entgegenzutreten. Deshalb wollen wir uns auch aus Bochum gemeinsam auf den Weg machen.

Der Treffpunkt für Bochum ist:
1.Mai | 13.05 Uhr | Buddenbergplatz (Südausgang HBF)

Also packt eure Bezugsgruppe und euren Demo-Rucksack ein und auf gehts nach Dortmund.

Aktuelle Infos auch unter dortmund.blogsport.de.

Rechte Gewalt in Dortmund: Keine neue Qualität, sondern eine kontinuierliche Erscheinungsform

In Dortmund häufen sich erneut rechtsmotivierte Übergriffe auf Linke und Menschen, die nicht in das Weltbild der Rechtsradikalen passen.
Den traurigen Höhepunkt fand die Gewalt in einem Messerangriff auf einen Antifaschisten am 14. August 2016.

we hate Dortmund

Was geschah in den letzten Wochen?
Bereits am 31. Juli griffen aggressive Faschos der Partei Die Rechte auf der Rückreise aus Köln Antifaschisten am Zugbahnhof an. Ein Tag nach der gewalttätigen Auseinandersetzung kam es in Dorstfeld zu Flaschenwürfen auf zwei Menschen, die von den Nazis augenscheinlich dem linken Spektrum zugeordnet wurden. Michael Brück und Christoph Drewer, zwei führende Köpfe der rassistischen Partei in Dortmund, sollen laut den Betroffenen an dem Angriff beteiligt gewesen sein.

Einem Genossen, der bereits bei diesem Vorfall angegriffen wurde, lauerten am 14. August mehrere vermummte Personen vor seiner Haustür auf, traten ihn nieder und stachen mit einem Messer zu. Dem Angegriffenen gelang es trotz einer Stichverletzung im Bauchbereich zu flüchten. Nach der Erstversorgung der Wunden im Krankenhaus wurde Anzeige bei der Polizei in Dortmund erstattet.
Dass dies alles keine Einzelfälle sind, erwies sich kaum einen Monat später am 11. September. An der Haltestelle Wittener Straße in Dorstfeld kam es erneut zu einer Auseinandersetzung, bei der ein 17-jähriger und eine ihm zu Hilfe eilende Person von einer Personengruppe bedroht und bespuckt wurde. Auch hier trifft die Täterbeschreibung sehr gut auf Christoph Drewer zu, welcher bereits seit Jahren durch sehr aggressives Verhalten auffällt und eine Haftstrafe zu erwarten hat. In den Morgenstunden desselben Tags ereignete sich ein ähnlicher Vorfall auf dem Wilhelmsplatz in Dortmund Dorstfeld, bei dem zwei Jugendliche von einer mehrköpfigen Gruppe angegangen wurden. Nach der Frage, ob sie etwas gegen Nazis hätten, wurde Pfefferspray gesprüht. Die Dortmunder Nazis stellten es auf ihrem Blog so dar, als ob Gutmenschen aus Dortmund ihnen Gewalttaten anhängen wollten. Andererseits verkündeten sie im selben Artikel, dass Dorstfeld bekanntlich kein Zuckerschlecken für “Linke” sei.

Die genannten Vorfälle sind nur eine kleine Auswahl aus den Übergriffen auf Antifast*innen in den letzten Jahren. Obwohl sich die Öffentlichkeit und die Polizei schwer damit tun, jene Überfälle als politisch motivierte Straftaten zu betrachten, sind die jüngsten Vorfälle aus antifaschistischer Perspektive genau das. In der Öffentlichkeit wird, wenn überhaupt, von einer neuen Qualität von rechter Gewalt gesprochen. Betrachtet man allerdings die Aktivität der Rechtsradikalen in den letzten Jahren, wird deutlich, dass kaum eine neue Qualität der Gewalt zu verzeichnen ist, sondern Dortmunds Rechte auf ein Geschichte zurückblicken kann, die Gewalt schon immer als Mittel und Zweck betrachtet hat. Die heutige Situation ist das Ergebnis einer kontinuierlich arbeitenden und auftretenden Naziszene.

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Demonstration gegen rechte Gewalt in Dortmund

Eine Serie rechter Übergriffe in Dortmund gipfelte am letzten Sonntag in einem Messerangriff auf einen Antifaschisten. Mit einem gemeinsamen Aufruf mobilisieren antifaschistische und linke Gruppen aus Dortmund und NRW zu einer Demonstration nach Dorstfeld am Samstag den 20. August. Treffpunkt ist um 12:00 an den Katharinentreppen, gegenüber vom Hauptbahnhof.

Beteiligt euch an der gemeinsamen Anreise aus Bochum:
Offener Antifa-Treffpunkt | 11.20 Uhr am Buddenbergplatz

Im Folgenden dokumentieren wir den Bündnisaufruf.
Hintergründe zur Angriffsserie gibt es bei der AA170.

Es reicht!

Nazi-Gewalt stoppen – in Dortmund und anderswo!

Am 14. August wurde ein Dortmunder Antifaschist, der Mitglied bei Linksjugend [‘solid] ist, am helllichten Tag vor seiner Haustür von drei Vermummten angegriffen und mit einem Messer attackiert. Verletzt konnte er den Angreifern entkommen. Das Opfer musste sich mit einer Stichverletzung am Bauch im Krankenhaus behandeln lassen.

Nazi-Gewalt stoppen – in Dortmund und anderswo!

Nazi-Gewalt stoppen – in Dortmund und anderswo!

Nur wenige Tage zuvor kam es zu mehreren Angriffen gegen Dortmunder Linke, auch gegen den Betroffenen. So wurden der 24-jährige und ein Freund von Nazis in Dorstfeld bedroht, verfolgt und mit Glasflaschen beworfen. Der betroffene Dortmunder Antifaschist erstattete gegen die von ihm erkannten Nazis Anzeige bei der Polizei.

Wir erinnern uns an die fünf Morde, die seit 2001 von Nazis in Dortmund begangen wurden. Es war Glück, dass der Angegriffene entkommen konnte. Wir meinen, dass dieser Mordversuch nicht unbeantwortet bleiben darf! Getroffen wurde einer von uns – gemeint sind wir alle! Wir werden uns nicht einschüchtern lassen.

Wir, ein Bündnistreffen von Vertreter*innen und Einzelmitgliedern antifaschistischer Organisationen, linker Gruppen, Parteien und Gewerkschaften, rufen als Zeichen der Solidarität mit allen von rechter Gewalt Betroffenen zu einer ersten Demonstration auf!

Samstag, 20.08.2016 um 12:00 Uhr an der Katharinentreppe (Dortmund Hbf), anschließend Demonstration nach Dorstfeld

Weitere Aktionen:

23.8., 18.00 Uhr: Protest gegen die Nazikundgebung an der Katharinentreppe
24.9., 14.00 Uhr: Großdemo gegen rechte Gewalt in Dortmund

NoTddZ: Bochum fährt nach Dortmund

Bochum goes #NoTddZ! Kommt am 4. Juni zum Bochumer Antifa-Treffpunkt, 8.45 Uhr (pünktlich) am Buddenbergplatz (HBF-Hintereingang). Von hier aus wollen wir gemeinsam mit möglichst vielen Menschen nach Dortmund fahren, um den von RUB-Student Michael Brück angemeldeten Nazi Großaufmarsch zu verhindern. Die Abendlandkrieger versuchen mit dem Verlegen des „Tag der deutschen Zukunft“ nach Dortmund ihr letztes, alljährlich stattfindendes Event zu retten. Wir wollen ihnen dieses Event nehmen und unterstützen daher den Blockadeaufruf von NoTddZ. Da bis zu 1000 Nazis erwartet werden, wollen wir eine gemeinsame und solidarische Anreise organisieren.

Am Samstag alle nach Dortmund - Beteiligt euch an der gemeinsamen Anreise aus Bochum

Am Samstag alle nach Dortmund – Beteiligt euch an der gemeinsamen Anreise aus Bochum

Für den Abend davor gibt es auch schon einen Plan – linksradikale Vorabenddemonstration durch Dortmund! Infos zur Vorabenddemo, zum Naziaufmarsch und den antifaschistischen Protesten:

03.06.2016Linksradikale Vorabenddemonstration der Antifaschistischen Union Dortmund!
Für ein besseres Morgen – keine Zukunft diesen Zuständen! | Aufruf: antifaunion.blogsport.de

04.06.2016 – ‪#‎NoTddz‬ – Gegen den Naziaufmarsch in Dortmund – NoTddZ unterstützen!
Zusammen organsieren, blockieren, verhindern! | Aufruf: dortmund.no-tddz.org

03.06. und 04.06.2016 – ‪Nummer des Ermittlungsausschuss: 0231 84 046 84 | Den EA ruft Ihr an, wenn Ihr von der Polizei festgenommen wurdet oder ein Polizeikessel entstanden ist, der mit der vorläufigen Festnahme der Eingekesselten enden kann. Das Team nimmt dann Kontakt zu Anwält*innen auf die versuchen, die Situation mit der Polizei zu klären bzw. Euch schnell aus der Gefangenensammelstelle (GeSa) raus zu bekommen. Denkt dran: Auf der Polizeiwache steht Euch ein Telefonat zu und das solltet Ihr für den EA-Anruf benutzen. Weitere Informationen findet Ihr unter earuhr.noblogs.org.

NoTDDZ am 4. Juni in Dortmund

Auch in Bochum laufen die Vorbereitungen gegen den maßgeblich von RUB-Student und Neonazi-Kader Michael Brück mitorganisierten „Tag der deutschen Zukunft“ (TddZ) am 4. Juni in Dortmund auf Hochtouren. Die Dortmunder Neonazis um die Partei „Die Rechte“, möchten der bundesweiten Naziszene hier eine Negativvision der Zukunft Deutschlands darbieten. Wir sind angetreten, um dies zu verhindern.

Eine gut besuchte Mobi-Veranstalltung im offenen Antifa-Café hat bereits stattgefunden. Am Samstag, den 28. April organisiert die schwarze Ruhr-Uni ein Blockadetraining im Sozialen Zentrum Bochum. In der Ankündigung heißt es:

#NoTDDZ Aktions- und Blockadeworkshop am 28. April im SZ Bochum

Das Ganze beginnt um 11.00 Uhr mit einem gemeinsamem veganen Frühstück, das Training selber geht um 12.00 Uhr los. Dauer des Trainings ist ca. 4 Stunden mit Pausen. Bitte seid pünktlich und nehmt euch für die gesamte Dauer des Trainings Zeit. Ein späteres Dazukommen oder früheres Gehen ist nicht sinnvoll. Das moderierte Training soll dazu dienen, Erfahrungen auszutauschen, individuelle und kollektive Handlungsfähigkeit durch Übungen zu erhöhen, Befürchtungen abzubauen und Neues kennen zu lernen. Grundlegende Inhalte des Trainings sind:

  • Was sind Bezugsgruppen und wofür sind sie gut?
  • Entscheidungsfindung in Bezugsgruppen und zwischen Bezugsgruppen
  • Wie gelangen wir über Hindernisse an den Ort einer Blockade?
  • Was nehme ich auf Aktionen (nicht) mit?
  • Blockadetechniken mit dem Körper
  • Mit welchen Formen von Repression müssen wir rechnen? Wie gehen wir damit um?
  • Auf welche etablierten Strukturen können wir zurückgreifen?

Das Training ist zwar als Vorbereitung auf die Blockade „des Tages der deutschen Zukunft“ gedacht, ist aber auch als Vorbereitung auf andere Aktionen sinnvoll. Selbstverständlich sind auch diejenigen eingeladen, die noch nicht genau wissen, ob eine Blockade das richtige für sie ist. Das Aktionstraining findet in Kooperation mit skills for action, deutschsprachigen Netzwerk bewegungsorientierter Aktionstrainer*innen statt.

Außerdem ist ein Mobi-Video samt Transpiaktion über den Dächern Bochums aufgetaucht!


Anders als in Bochum ist die Dortmunder Polizei übrigens zu der Erkenntnis gelangt, dass es besser ist, den Nazis keine attraktive Route zur Verfügung zu stellen. So wurde der Aufmarsch von der migrantisch geprägten Nordstadt in die Außenbezirke verlegt. Wohin genau, dass wird der Öffentlichkeit bisher allerdings vorenthalten.

Alle Infos zu den Aktionen gegen den „TddZ“ findet ihr auf dortmund.no-tddz.org.

Naziaufmärsche? Gemeinsam blockieren, sabotieren, verhindern!
Grenzenlose Solidarität & Emanzipation – statt Volksgemeinschaft & Rassismus!

Antifa-Café am 11. Mai mit Mobivortrag: NoTddZ

Am Mittwoch, 11.05. findet im Sozialen Zentrum Bochum wieder das Offene Antifa-Café statt. Ab 18.30 Uhr könnt ihr im Café andere Antifaschist_innen treffen und euch bei Bier, Limo, Mate und Cocktails austauschen. Um 19 Uhr wird ein Mobi-Vortrag für die Gegenaktionen zum „Tag der deutschen Zukunft“ gehalten. Das Café findet in Kooperation mit dem HappaHappa-Syndikat statt, das ab 20 Uhr gegen Spende leckere, vegane VoKü serviert.

Beginn: 18.30 Uhr | Vortrag: 19 Uhr | VoKü: 20 Uhr
Soziales Zentrum Bochum, Josephstr. 2

Wie immer gilt: Sexist_innen, Rassist_innen, Antisemit_innen etc. fliegen raus!

Inhaltlich geht es dieses Mal um die Mobilisierung gegen nächsten bundesweiten Naziaufmarsch, den „Tag der deutschen Zukunft“ am 4. Juni in Dortmund. Die Dortmunder Neonazis um den RUB-Studenten Michael Brück möchten hier mit Hilfe mehrerer hundert Kameraden aus dem ganzen Bundesgebiet ausgerechnet durch die migrantisch geprägte Dortmunder Nordstadt laufen. Aktivist*innen berichten beim Antifa-Café über die vielfältigen, geplanten Gegenaktivitäten.

Bochumer Antifaschist*innen werden im Juni nach Dortmund fahren und den Nazis auch weiterhin keine Ruhe lassen – egal wo sie auftauchen.

Naziaufmärsche? Gemeinsam blockieren, sabotieren, verhindern!


Im Folgenden der Aufruf des NoTddZ Arbeitskreises 2016.

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Antifa supports Refugees Welcome

30.09./Do: Solidarität mit allen Geflüchteten

30.09./Do: Solidarität mit allen Geflüchteten

Am 26. September findet in Dortmund eine Demonstration für Solidarität mit allen Geflüchteten der Initiative Refugees Welcome Dortmund statt. Startpunkt ist um 15 Uhr am Nordausgang des Dortmunder Hauptbahnhofs. TreffPunkt Asyl mobilisiert zusammen mit der Bochumer Amnesty-Gruppe für eine gemeinsame Anreise: Ab Gleis 6, Bo-HBF mit dem RE1 um 14:40 Uhr. Es ist sinnvoll, mindestens zehn Minuten vor Abfahrt des Zuges am Gleis zu sein, also spätestens 14:30 Uhr, da Ticket-Sharing für Leute ohne Ticket vor allem für Geflüchtete organisiert werden soll.

Auch in Bochum regt sich praktische Solidarität. Von den verschiedenen Netzwerken und lokalen Initiativen, wie in der Wohlfahrtstraße oder Langendreer über über Hilfs-Aktionen wie KostNixLaden Spezial oder auch Computer für Geflüchtete

Das Soziale Zentrum lädt für den 30. September zu einem Vernetzungstreffen zur Kampagne „Flucht ist kein Verbrechen – für ein menschenwürdiges Wohnen für Alle“ ein. Ziel ist es, über eine gelebte Willkommenskultur hinaus klare politische Forderungen zu stellen. Von der Gruppe Undogmatische Linke Bochum gibt es folgenden Diskussionsbeitrag zum Kampagnentreffen:

Flucht ist kein Verbrechen!

Flucht ist kein Verbrechen

Flucht ist kein Verbrechen

Seit langem ist klar, dass durch Krieg, Vertreibung und Not zunehmend Menschen ihre Heimat verlassen müssen. Trotzdem behauptet die Bundesregierung urplötzlich mit einem unerwarteten Problem konfrontiert zu sein. Dabei haben sich die Situationen, in der sich momentan viele Geflüchtete in ganz Europa befinden, seit Jahren angekündigt. Sie sind nicht zuletzt Folgen einer Politik, die nicht willens ist, ausreichend Ressourcen zur Unterstützung Geflüchteter zur Verfügung zu stellen.

An zahlreichen Orten in Deutschland werden Unterkünfte für Asylsuchende in Brand gesetzt. Nur durch glückliche Zufälle kam es bisher nicht zu Toten. Diese Situation hat Parallelen zu den 1990er Jahren als rassistische Pogrome zahlreich von der deutschen Öffentlichkeit beklatscht wurden.

Politisches Willkommen statt Charity: Die Privatisierung staatlicher Aufgaben

Gegenwärtig erleben wir allerdings einen Unterschied: Derzeit unterstützen viele Menschen begrüßenswerterweise die Geflüchteten nicht nur mit Sachspenden, sondern auch durch gemeinsame Aktivitäten im Alltag, um das „Ankommen“ in Deutschland zu erleichtern.

Die mit der „Willkommenkultur“ einhergehenden innovativen Ansätze von politischen Initiativen, Einzelpersonen, und Privatwirtschaft werden staatlicherseits umfassend gelobt, um die sowohl finanziell als auch infrastrukturell überforderten Kommunen zu entlasten. Das Lob hat also eine zentrale Funktion: die Bürger*innen müssen ihrem Staat unter die Arme greifen, damit dieser sozialstaatliche Aufgaben überhaupt noch erfüllen kann.

Dennoch sind CDU und SPD zeitgleich dabei, unter dem klebrigen Zuckerguss der Willkommenskultur eine erneute Verschärfung des Asylrechtes durchzusetzen. Wie schon bei der faktischen Abschaffung des Asylrechts 1993 durch nahezu die selben Parteien benutzt die deutsche Regierung auch jetzt wieder die rassistische Stimmungen in der Bevölkerung, um Flüchtlingen das Leben weiterhin zu erschweren.

Dublin abschaffen – Flüchtlinge aufnehmen!

Schon die Einstufung von Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina im Herbst 2014 als „sichere Herkunftsstaaten“, indem ihnen pauschal das Recht auf Asyl verwehrt wird, hat die Situation, aus der die Menschen in diesen Ländern fliehen verhöhnt. Systematische Ausgrenzung und Diskriminierung machen das Leben für viele Menschen in diesen Gebieten unmöglich. Ähnliche Bedingungen bestehen in den Ländern, die Deutschland nun als sichere Herkunftsstaaten klassifizieren will: Albanien, Montenegro und Kosovo. Verursacht ist die Armut aus der viele Menschen fliehen, nicht zuletzt auch durch die internationale Politik der reichen Staaten der Europäischen Union.

Bargeld statt Sachleistungen!

Selbst die bisherigen Bargeldzahlungen, die nur rudimentäre Bedarfe decken konnten, werden in dem aktuellen Gesetzentwurf soweit reduziert, dass im besten Falle das physische Überleben der Menschen gesichert wird. Keine Spur von Menschenwürde. Niemand darf gezwungen werden, sich für den Kauf einer Busfahrkarte oder einer Portion Pommes rechtfertigen zu müssen!

Flucht entkriminalisieren! – Wohnungen statt Sammelunterkünfte! – Bleiberecht für Alle!

Geht es nach dem Bundesinnenministerium, werden bald zehntausende Flüchtlinge mit Arbeitsverboten in Großunterkünften wie Turnhallen bei katastrophaler Lage noch länger als bisher isoliert oder gar wegen bevorstehender Abschiebung inhaftiert, ohne auch nur einer Straftat verdächtig zu sein(!). Die Regelung soll besonders auf Geflüchtete aus Balkanstaaten angewendet werden. Zudem ist geplant, die Residenzpflicht, die den Bewegungsradius beispielsweise auf NRW beschränkt auf 6 Monate auszuweiten. Dahinter verbirgt sich nichts weniger als die Ermöglichung von schnelleren Abschiebungen. Diese Regelung zielt besonders auf Roma ab.

Fähren statt Frontex!

An den Außengrenzen der EU lassen sich die Menschen von solchen Drohungen nicht abschrecken. Sie nehmen immer größere Risiken in Kauf und immer weitere Wege. Menschen, die vor Folter, Krieg und systematischer Vertreibung fliehen, machen nicht vor Grenzzäunen halt. Die Antwort der EU-Staaten ist militärisch. Die Bundeswehr wird sich mit bewaffneten Soldat*innen an dem EU-Einsatz gegen Schleuser im Mittelmeer beteiligen. Ungarn erklärt den Geflüchteten mit Soldaten den Krieg. Die Bundespolizei jagt Schlepper, als seien diese das Problem. Dieser Umgang der EU-Staaten mit Geflüchteten entlarvt den politisch institutionalisierten Rassismus der Regierung. Das zentrale Problem für Fluchtwillige ist, dass es keine sicheren Fluchtwege nach Deutschland sowie in andere EU-Staaten gibt!

Bei aller Widersprüchlichkeit muss es in den nächsten Wochen und Monaten darum gehen, konkrete Unterstützung für Menschen, deren Lebensbedingungen aufgrund einer unnachgiebigen Flüchtlings- und Einwanderungspolitik miserabel sind, zu verbessern. Auch für die Geflüchteten selbst ist ihr Engagement wichtig, viele versprechen sich darüber eine längerfristige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und hoffen, dass dies auch in einer Ausbildung oder Arbeit mündet.

Gemeinsam müssen wir Druck auf die staatlichen Institution ausüben, um den Geflüchteten nachhaltig Platz bei uns zu machen, denn Viele werden nicht mehr zurück in ihre Heimat können oder wollen. Lokale Solidarität bedeutet: neben der kurzfristigen Unterstützung gemeinsam dafür zu kämpfen, dass sich langfristig die Frage nach der privaten Unterbringung von Geflüchteten und der Abfederung durch Ehrenamt nicht mehr stellt. Solidarität bedeutet auch, unnachgiebig die menschenverachtende Festung Europa als militärische Festung zu entlarven, die Menschen mit Waffengewalt davon anhält, sich auf die Suche nach einem besseren Leben in Frieden und Freiheit zu begeben und für die Autonomie der Bewegungsfreiheit zu kämpfen.

Wir rufen Alle auf, sich an lokalen und bundesweiten Aktionen und Kampagnen zu beteiligen, für ein gutes Leben für Alle!

Es bestehen zahlreiche Möglichkeiten in Bochum aktiv zu werden, diese Webseiten weisen auf verschiedene Angebote hin:

Beteiligt euch / Macht mit:

Sa, 26.09.2015, 15.00 Uhr: Demonstration in Dortmund: Solidarität mit ALLEN Geflüchteten!
Weitere Infos: refugeeswelcomedo.noblogs.org

Mi, 30.09.2015, 18.30 Uhr: Vernetzungstreffen von Aktiven zu „Flucht ist kein Verbrechen – für ein menschenwürdiges Wohnen für Alle“ im Sozialen Zentrum Bochum (Josephstr. 2, 44791 Bochum)
Webseite des Sozialen Zentrum Bochum: sz-bochum.de

Kurzübersicht zum 1. Mai 2015

Auch 2015 versuchen die Nazis den 1. Mai als traditionellen Kampftag der Arbeiter*innenbewegung für ihre rassistische Hetze zu missbrauchen. Im Folgenden findet ihr eine kurze Übersicht rechter Aufmärsche in der Region:

1. Mai Nazifrei

Raus auf die Straße, der 1. Mai gehört uns!

Die NRW-NPD mobilisiert ihre versprengten Anhänger*innen am 1. Mai nach Mönchengladbach. Hierfür tourt sie seit einigen Tagen durchs Land um Mini-Kundgebungen mit dem Berliner Nazi-Werbetruck abzuhalten. Am heutigen Donnerstag, 30. April, soll dieses „Flaggschiff“ der NPD um 12.30 Uhr auf dem Bochumer Husemannplatz und um 15.00 Uhr auf dem Wattenscheider August-Bebel Platz anlegen. Zeigen wir Claus Cremer und seiner Grukentruppe, dass Bochum ein hartes Pflaster für sie bleibt!

Die experimentierfreudige Nazipartei „Die Rechte“ um Jura-Student Michael Brück hält den Ort ihres 1. Mai Aufmarschs bisher geheim. Lediglich Treffpunkte in Dortmund und Köln kündigt sie an, um Proteste zu erschweren. Die Polizei macht sich einmal mehr zur Erfüllungsgehilfin der Faschisten und lässt sich auf die Nazi-Schnitzeljagd ein. Als Aufmarsch-Orte werden Essen-Kray und Duisburg-Hochfeld gehandelt. Um den Nazis entgegenzutreten hat sich das Blockade-Bündnis „G-E-Blockt“ gegründet, dem auch Bochumer Gruppen angehören. Diese organisieren einen offenen Anreisetreffpunkt um 16.15 Uhr der Hinterausgang des Bochumer Hauptbahnhofs.

Am Rande sei noch die rassistische Kleinstpartei Pro-NRW erwähnt, die angekündigt hat am 1. Mai in Oberhausen/Mülheim auflaufen zu wollen.

129 Jahre erster Mai: Solidarisch, widerständig, antifaschistisch!

Bei aller Notwendigkeit den Nazis den Tag zu vermiesen wird es am 1. Mai verschiedene linksradikale Demos geben. Erstmals findet in Dortmund eine anarchistische 1. Mai Demo statt, um auch eigene Inhalte auf die Straße zu tragen. Der traditionelle autonome 1. Mai in Wuppertal ist in diesem Jahr von besonderer Bedeutung. Im Kontext des Messerangriffes durch HoGeSa-Anhänger vor drei Wochen auf einen Genossen, der sich nach wie vor in künstlichem Koma befindet wünschen wir uns eine solidarische und kraftvolle Demo!

Egal in welcher Stadt: Raus auf die Straße, der 1. Mai gehört uns!

10 Years Later – “Schmuddel-Demo” und Naziaufmarsch

Am 28. März findet in Dortmund zum 10. Todestag von Thomas Schulz eine antifaschistische Demonstration gegen rechte Gewalt statt. Parallel hierzu haben die Neonazis der Partei “Die Rechte” einen Aufmarsch mit anschließendem RechtsRock-Konzert angekündigt. Offensichtlich handelt es sich hierbei um eine Provokation. Neonazis wollen an dem Jahrestag eines Nazimordes ihre rassistische und antisemitische Ideologie auf die Straße tragen.

BlockaDO - Gemeinsam gegen Nazis

Da sowohl die Blockaden gegen den Naziaufmarsch als auch die “Schmuddel-Gedenkdemo” richtig und wichtig sind, gibt es gleich zwei Anreisetreffpunkte für Bochum:

  • Antifas und antiautoritäre Linke aus Bochum wollen gemeinsam mit Menschen aus vielen anderen Städten mit dem RE nach Dortmund fahren, um den Nazis zu zeigen, dass sie diesen Tag nicht für ihre Provokation nutzen können. Die Anreise im Rahmen des BlockaDO-Bündnisses ziehlt darauf ab, den Naziaufmarsch und das RechtsRock-Konzert durch Blockaden effektiv zu stören. Offener Treffpunkt ist 10.10 Uhr am Hinterausgang des Bochumer Hauptbahnhofs.
plakat-schmuddel

  • Die Antifaschistische Linke Bochum mobilisiert mit einem eigenen Aufruf unter dem Motto „Ni Oubli, ni Pardon! – Kein Vergeben, kein Vergessen!“ zur zehnten und letzten Gedenkdemo für Thomas Schulz in Dorstfeld. Auch hierfür gibt es eine offenen Anreise mit der S1 ab 13.14, Bochum-HBF, Gleis 8. Diese dient einerseits dem Schutz vor Nazis, als auch als Anlaufstelle für Antifaschist*innen, die nach Dortmund fahren möchten.

Ob Demonstration oder Blockade: Schließt euch einer der beiden organierten Anreisen an und kommt am 28. März nach Dortmund. Für ein aktives Gedenken! Für einen konsequenten Antifaschismus!

Am Rande bemerkt: Auch das HoGeSa-Spektrum ruft zur Teilnahme am Aufmarsch der militanten Dortmunder Naziszene auf. So etwa Andreas Kraul aus Herne, der nach einem verpatzen „Kategorie C“ Konzert im Januar einmal mehr seinen Rückzug aus HoGeSa angekündigt hatte. Wir dürfen also gespannt sein, welche Bochumer Hooligans diesmal den Fehler machen sich vor seinen Karren spannen zu lassen um sich anschließend in unserem Fotoalbum wieder zu finden…

Demonstration gegen Rechte Gewalt in Dortmund

Nicht „einfach so weiter“. Der tätliche Angriff militanter Neonazis um Siegfried Borchardt, Dennis Giemsch, RUB-Student Michael Brück und die Gebrüder Ewers auf die Wahlauszählung im Dortmunder Rathaus muss Konsequenzen haben. Das BlockaDO-Bündnis ruft für den heutigen Mittwoch, 28. Mai 2014, zu einer Demonstration gegen die Rechte Gewalt auf. Kommt zum offenen antifaschistischen Anreisetreffpunkt für Bochum um 17:25 Uhr auf Gleis 6, Bo-HBF.

»Nach dem Angriff der Dortmunder Neonazis von “Die Rechte”, der Nachfolgeorganisation des verbotenen “Nationalen Widerstand Dortmund” (NWDO), ruft BlockaDO für Mittwoch zu einer Demonstration gegen rechte Gewalt auf. Beginn ist um 18:00 am Friedensplatz vor dem Rathaus, Ziel der Demonstration ist die Gneisenaustraße, wo der Spitzenkandidat von “Die Rechte”, der überregional bekannte Schläger und Neonazi Siegfried Borchardt wohnt.«

Neonazi Timo Ewers aus Bochum-Langendreer sprüht Pfefferspray auf Politiker vor dem Rathauseingang. Dahinter: RUB-Student und “Die Rechte” / NWDO-Kader Michael Brück

Neonazi Timo Ewers aus Bochum-Langendreer sprüht Pfefferspray auf Politiker vor dem
Rathauseingang. Dahinter: RUB-Student und “Die Rechte” / NWDO-Kader Michael Brück