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Das Antifa Café am 25. September: Die extreme Rechte im Kampfsport – Netzwerke, Events und Akteure

Bild von der Homepage des KDN

Das Thema Kampfsport erlebt in den letzten Jahren eine zunehmende Bedeutung innerhalb der neonazistischen Szene. Dies heißt nicht nur, dass in den eigenen Reihen verschiedene Kampfsportdisziplinen trainiert werden, sondern auch, dass sich europaweit extrem rechte Kampfsportveranstaltungen etabliert haben, bei denen Neonazis aus den diversen Ländern zusammen kommen, „um sich mit ihren weißen Brüdern zu messen“. Es geht aber um weit mehr als um Sport, denn letztendlich steht im neonazistischen Verständnis von „Kampf“ immer die Existenz der eigenen „Nation“ und des eigenen „Volkes“ im Vordergrund.

In dem Vortrag wird das international agierende militante Netzwerk des NS-Kampfsports beleuchtet, die Entwicklung der neonazistischen Kampfsport-Szene anhand des „Kampfes der Nibelungen“ nachgezeichnet und ein Überblick über relevante Strukturen, Marken und Labels gegeben.

Tresen wie immer ab 18:30 Uhr, Vortrag ab 19 Uhr
anschliessend veganes Essen gegen Spende

Offenes Antifa Café Bochum

Gegen Nazimacker in Essen-Steele

Am kommenden Donnerstag wird eine antifaschistische Demonstration in Essen Steele stattfinden. Diese richtet sich gegen die „Steeler Jungs“ welche dort seit über einem Jahr eine rechte Bürgerwehr initiieren und dort für Einschüchterungen und Übergriffe sorgen. Auch Bochumer Antifaschist*innen unterstützen die Demonstration am Donnerstag und werden gemeinsam von Bochum nach Essen Steele fahren.

Der Treffpunkt für die Anreise nach Essen ist am 19.09.2019 um 16:25 Uhr am Hinterausgang des Bochumer Hauptbahnhof.

Erscheint zahlreich!

Zum Aufruf: hier…

Gegen Nazimacker in Essen Steele

Gedenken an die Bochumer Widerstandskämpfer*innen 2019

Am Sonntag, den 08.09.2019, fand das alljährliche Gedenken an die Bochumer Widerstandskämpfer*innen in Bochum auf dem Friedhof Freigrafendamm statt. Das Gedenken wurde, so wie die Jahre zuvor auch, durch die VVNBDA Bochum initiert. Dieses Jahr nahmen auch erneut viele jüngere Genoss*innen an dem Gedenken teil. Die VVN hat zudem in diesem Jahr Antifas darum gebeten einen Redebeitrag zu halten. Dieser befasste sich mit der Bedeutung des Gedenkens in Zeiten eines Rechtsrucks.

Gedenken Widerstandskämpfer*innen in Bochum und Soli Grüße in den Osten am 08.09.19

Gegen Ende wurde, wie bereits im letzen Jahr, ein Solibild aufgenommen. Dieses Jahr senden wir solidarische Grüße nach Sachsen und Brandenburg, wo sich Antifaschist*innen mit einer erstarkten AfD konfrontiert sehen.

Antifaschistische Linke Bochum,
September 2019

 

Bilder:

 

Kein Zugang für Neonazis zu sensiblen Daten!

Die Neonazi Aktivistin und Mitorganisatorin der extrem rechten Kampfsportveranstaltung „Kampf der Nibelungen“ Marina Liszczewski arbeitet für die Schufa Holding AG im sogenannten Bochumer Fenster am Massenbergboulevard 9-13. Dort ist Marina Liszczewski bereits seit einiger Zeit beschäftigt und daher in der Lage, Zugriff auf sensible Datensätze zu erhalten.

Marina Liszczewski ist seit ca. 8 Jahren fester Bestandteil der organisierten Neonazi Szene im Ruhrgebiet. Dabei unterhält sie Kontakte zu diversen Kadern der lokalen Szene und kann ebenfalls zum Kreis der Neonazikader gezählt werden. Sie ist fester Bestandteil der Neonazipartei „Die Rechte“ und pflegt darüber hinaus Kontakte zu Mitgliedern vom rechtsterroristischen Blood & Honour/Combat 18 – Netzwerk, den klandestin organisierten Hammerskins und anderen gewaltbereiten Neonazis.

Teilnahme an Neonazi Demonstrationen

Mario Schmitt und Marina Liszczewski in Bad Nenndorf am 04.08.12 Foto: Christian Jäger auf flickr

Bereits am 20.September 2011 trat Liszczewski in Unna bei einer Demonstration mit dem Motto „Überfremdung stoppen! Dem deutschen Volkstod entgegenwirken!“ als Rednerin auf. Damals wurde sie als „Kameradin aus Unna“ vorgestellt, wie die Antifa United in „Neonazistische Aktivitäten im Kreis Unna: Chronik 2011-2013“ dokumentierte. Auch danach nahm sie an zahlreichen Demonstrationen der extremen Rechten im gesamten Bundesgebiet teil. U.a. nahm sie noch in ihren frühen Jahren als Demonstrationsteilnehmerin ohne nennenswerte Aufgabe beim Naziaufmarsch im März 2012 in Münster und im Juni 2012 in Hamburg teil. Bereits 2 Monate später reiste sie mit Ruhrgebiets Nazis nach Bad Nenndorf, um dort an einer neonazistischen Gedenkdemonstration teilzunehmen. Auch hier unterhielt sie schon Kontakt zu Bochumer Neonazis wie Mario Schmitt, um den es in den letzten Jahren etwas ruhiger geworden ist.

Beim Gedenken im August 2012 übernahm sie schon eine exponiertere Aufgabe. Sie trug den Gedenkkranz in vorderster Reihe und war auch bei der Kranzniederlegung im Zentrum des Geschehens. Ein Jahr später nahm sie dort erneut teil. Diesmal führten die Neonazis dort einen Fackelmarsch durch. Bilder zeigen sie dort u.a. mit dem Hauptorganisator des „Kampf der Nibelungen“ und langjährigen Neonazikader Alexander Deptolla aus Dortmund.

Am 01. Mai 2015 nahm Liszczewski an der Mai-Demonstration der Partei „Die Rechte“ in Essen teil. Später rühmten sich die Neonazis im Netz damit, dass sie dort die Parolen „1. Mai – Seit 33 arbeitsfrei!“ und „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ wiederholt skandierten. Hier gehörte Marina Liszczewski bereits zum festen Kern der Dortmunder Naziszene und lebte u.a. im selbsternannten „Nazi Kiez“ Dortmund Dorstfeld. Kurze Zeit später reiste sie auch zum sogenannten „Tag der deutschen Zukunft“ nach Neuruppin, welcher sich seit einigen Jahren zum jährlich stattfindenden neonazistischen Großevent herausgebildet hat.

In den Jahren 2017 und 2018 nahm sie u.a. an den Gedenkdemonstrationen für den Stellvertreter Hitlers Rudolf Hess teil. Dazu reiste sie nach Falkensee und Berlin. Auf den Bildern aus dem Jahr 2018 ist sie mit einem T-Shirt für die inhaftierte Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck zu sehen.  Dass das sicherlich nicht alle Demonstrationen waren, an denen Liszczewski in den vergangenen Jahren teilgenommen hat, liegt nahe. Diese Auflistung macht jedoch deutlich, dass sie eine ideologisch gefestigte Naziaktivistin ist, welche seit Jahren zum festen Bestandteil der bundesdeutschen Neonaziszene gehört.

Die Rechte
Marina Liszczewski kann dem festen Kern der Partei “Die Rechte” zugeordnet werden. „Die Rechte“ ist eine neonazistische Partei, welche vom Neonazi Christian Worch im Mai 2012 gegründet wurde. Die Wahlresultate der Partei sind zwar verschwindend gering, im Ruhrgebiet und im Rheinland diente die Partei jedoch als Auffangbecken für Neonazis, welche im Jahr 2012 von dem Verbot diverser Kameradschaften betroffen waren. So auch der Nationale Widerstand Dortmund, der seit dem Verbot unter dem Label „Die Rechte Dortmund“ agiert. So hieß es in der damaligen Verbotsverfügung: „Die Mitglieder lehnen unsere Demokratie und die geltende Rechtsordnung ab. Sie bekennen sich offen zum verbrecherischen Nationalsozialismus und zu führenden Personen dieses menschenverachtenden Systems. Alle ihre Aktionen sind darauf gerichtet, unsere demokratische Gesellschaftsordnung zu untergraben.“

Auch nach dem Verbot provoziert „Die Rechte“ mit klaren NS Bezügen. So erst im Juli, wo sie sich mit dem Mörder von Walter Lübcke solidarisierten und durch einen bewusst gewählten Rechtschreibfehler die Worte „Ofen“ und „SS“ hervorhebten. Im Jahr 2014 gelangten die Dortmunder Nazis zudem in die bundesweite Berichterstattung, da sie im Rat der Stadt Dortmund eine Auflistung aller in Dortmund lebenden Jüdinnen und Juden anfragten. An dieser Stelle wird deutlich, welche Brisanz es hat, wenn Neonazis Zugriff auf Register und Datenbanken haben. Sie nutzen diese, um Informationen über Jüdinnen und Juden, politische Gegner*innen, Homosexuelle und alle weiteren, die nicht in ihr menschenverachtendes Weltbild passen, zu sammeln.

Der Kampf der Nibelungen
Eine weitere Verbindung hat Marina Liszczewski zum sogenannten „Kampf der Nibelungen“(kurz:KDN). Der KDN hat sich in den letzten Jahren zum wichtigsten Kampfsportevent der extremen Rechten im deutschsprachigen Raum entwickelt. Liszczewski kann als Mitorganisatorin des KDN bezeichnet werden. Weiterhin ist diese Veranstaltung nicht nur als reine Sportmarke bzw. Kampfsportveranstaltung zu verstehen, vielmehr trägt diese auch dazu bei, dass sich militante Neonazis vernetzen und sich für den Straßenkampf tauglich machen.

Dies zeigt auch die Beteiligung zahlreicher bereits bekannter militanter Neonazis. So nahm im Oktober 2018 auch Sven Kahlin am KDN teil. Kahlin erstach im Jahr 2005 den Punker Thomas Schulz in Dortmund. Auch Robin Schmiemann, Aushängeschild von Combat 18 Deutschland, beteiligte sich am KDN. Er war am Einlass gut sichtbar als Ordner tätig. Combat 18 ist der bewaffnete Arm des in Deutschland verbotenen rechtsterroristischen Netzwerks Blood & Honour. Schmiemann, der es in jüngster Vergangenheit desöfteren in die Medien schaffte, schoss im Jahr 2007 nach einem Überfall auf einen Supermarkt einem Migranten in die Brust. Im Jahr 2013 wurde bekannt, dass er zudem der Brieffreund von der sich in Haft befindenen Beate Zschäpe (NSU) sei.Nachweislich betreute Liszczewski beim diesjährigen neonazistischen „Schild und Schwert“- Festival in Ostritz den Stand des KDN. Auch bei einem Kampfsport Seminar des KDN in Castrop-Rauxel war sie an der Organisation beteiligt. Hinzu kommt ein Bild, welches sie am 30. November 2018 in Eisenach bei der Weihnachtsfeier des KDN im Kreise der Organisator*innen des KDN zeigt.

Hammerskins
Die Organisation des KDN wird maßgeblich durch die Neonazi-Bruderschaft Hammerskins übernommen. Die Hammerskins sind eine klandestin arbeitende Gruppierung, welche durch den Verkauf von Rechtrock CDs und der Organisation von Konzerten Geld einnimmt. Die beiden Hauptorganisatoren des KDN, Malte Redeker und Alexander Deptolla, sind Mitglieder der Hammerskins. Doch auch Marina Liszczewskis Lebensgefährte, Stefan Held, ist Teil der sogenannten Bruderschaft. So übernahm dieser beim KDN im Oktober 2018 ebenfalls die Funktion eines Ordners.

Keine sensiblen Daten für Nazis!
Wie der hier kurz geschilderte Werdegang von Liszczewski belegt, unterhält sie zahlreiche Kontakte zu militanten und gewaltbereiten Neonazis. Durch ihr Engagement als Mitorganisatorin des KDN ermöglicht sie genau diesen eine Plattform, um sich zu vernetzen und auf den Straßenkampf vorzubereiten. Auch dienen Großveranstaltungen den Neonazis dazu, größere Geldbeträge einzunehmen, die wiederum in die Szene fließen. Dass damit auch Waffen besorgt werden können, ist kein Geheimnis.

Marina Liszczewski ist durch ihre Tätigkeit bei der Schufa in der Lage, an Informationen und sensible Daten von Migrant*innen, Jüdinnen und Juden und politischen Gegner*innen zu gelangen. Wir fordern die umgehende Kündigung von Marina Liszczewski, da ihre Anstellung mit jedem weiteren Tag das gefährliche Potential birgt, dass persönliche Daten und Adressen in die Neonaziszene gelangen.

 

Recherche BO

P.S.: Vielen Dank an Runter von der Matte, Exif-Recherchen, Recherche Nord, Pixelarchiv und die LOTTA. Auf ihre Recherchen und Arbeiten beziehen wir uns in diesem Text.

Antifa Report August 2019

Der Antifa Report aus dem Winter liegt einige Zeit zurück. Aktivitäten der extremen Rechten hat es in den vergangenen Monaten weiterhin gegeben, die wir hiermit dokumentieren möchten.

Antifa Report August 2019

Outing des NPD Ratsmitglieds Francis Marin
Wie bereits im letzten Antifa Report thematisiert, hat die Bochumer NPD unter Claus Cremer seit der für sie glücklichen Gründung der Ratsgruppe im April 2018 etwas mehr Aktivität entfalten können. So kam es seit letzten November zu Flugblattverteilungen, Infoständen und einer Kundgebung der NPD. Die meisten dieser Aktionen fanden im Rahmen der Europawahl statt. Doch bevor die NPD ihren Wahlkampf so richtig beginnen konnte, wurde das NPD Ratsmitglied Francis Domenic Marin am vorweihnachtlichen 20.12.2018 in seiner Nachbarschaft geoutet. Marin wohnt in unmittelbarer Nähe zum Bochumer Stadtpark und der Bochumer Polizeiwache. Als Reaktion verteilte die NPD im selben Stadtteil am 07.01.2019 Flugblätter der Ratsgruppe, welche kurzerhand zum Vorstellungsschreiben des Francis Marin umgelayoutet wurden. Um den Schock zu verkraften feierte Francis bei seinem Kameraden Karsten Röhmhild Silvester, bei dem pünktlich um Mitternacht der Biervorrat zu Bruch ging.
Hinzu kommt, dass während des Wahlkampfes der NPD Aktivist Marco vom Brocke in seinem Wohnumfeld geoutet wurde, der seitdem nach wie vor an Aktionen der NPD teilnimmt.
Francis Marin erhielt im März dieses Jahres ein Anschreiben des Innenministeriums, welches ihm ein Angebot zum Ausstieg machte.

Ein um Aufmerksamkeit buhlender NPD-Landesvorsitzede
Cremer nutze dieses Schreiben prompt um ein paar Klicks in sozialen Netzwerken zu generieren. Im bisherigen Jahresverlauf zeigte sich dieser vergleichsweise umtriebig.
Am 05.01. nahm Claus Cremer am Jahresauftakt der NPD in Büdingen teil. Dort war er im Rahmen des Medienprojekts „Blickpunkt TV“. Auf dem Jahresauftakt spielte auch die Combat 18 Band „Oidoxie“ aus Dortmund, dessen Frontsänger Marko Gottschalk Cremer zum Groupie werden ließ. Auch am 05.07.19 beim „Tag der nationalen Bewegung“ war Cremer für „Blickpunkt TV“ auf Achse. Dort durfte er u.a. die Journalist*innen von Spiegel TV begleiten, die den NRW-Landesvorsitzenden Cremer im TV Beitrag nicht einmal namentlich erwähnten und damit seine Bedeutungslosigkeit für bundesweite Nazistrukturen untermauerten. Nichtsdestotrotz sucht Cremer auch weiterhin Kontakt zu Neonazistrukturen außerhalb der NPD. So besuchte er ebenfalls mit „Blickpunkt TV“ am 20.07.2019 die Demonstration von „Die Rechte“ in Kassel, die sich mit dem Mörder von Walter Lübcke solidarisierte und eine „nationale Gegenofenssive“ forderte. Der bewusst eingebaute Rechtschreibfehler ist in diesem Fall nicht auf die Inkompetenz der Neonazis zurückzuführen, sondern spielt mit den Begriffen “Ofen” und “SS” klar auf die mörderischen Verbrechen der NS-Zeit an.

Seit Jahren ist Cremer auch auf Veranstaltungen der sogenannten Mischszenen von Pegida oder HoGeSa anzutreffen. Am 01.08.2019 besuchte er den Spaziergang der „Steeler Jungs“, bei dem sowohl Nazis von „Die Rechte“, der NPD, diverse rechte Hooligankreise als auch Rocker anwesend waren.

Die Bochumer NPD im Europawahlkampf
Im Vergleich zu den Vorjahren entfaltete die NPD Bochum in diesem Jahr ein etwas höheres Maß an Aktivitäten. Zwar fiel die Anzahl der aufgehängten NPD-Plakate sehr gering aus, was mit Sicherheit auch am zahlreichen Entfernen der Plakate in den Vorjahren lag, jedoch blieben zahlreiche Stände und Flugblattaktionen ungestört. Erwähnenswert ist hierbei die unangekündigte Kundgebung vor dem Bochumer Hauptbahnhof am 18.05.2019. An dieser nahmen neben Claus Cremer noch Francis Marin, Melanie Händelkes, Rainer Händelkes und Ariane Meise teil. Weiterhin wurden sie von Robert Thon und Sandra Bischoff aus Bochum Gerthe unterstützt. Leider konnte die Kundgebung nicht antifaschistisch begleitet werden, da die NPD es vorzog nach kurzen Redebeiträgen weiterzuziehen.

 

Auch wenn die NPD einen vergleichsweise großen Aufwand betrieb, fuhr sie ein desaströses Wahlergebnis mit erneut deutlichen Verlusten ein. Rechte Wähler*innen zogen stattdessen die AfD als Wahl-Option vor. So erhielt die NPD bei der Europawahl aus Bochum nur noch 328 Stimmen. Bei der Europawahl 2014 waren es noch 1.215 Stimmen. Dies wird sich auch auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr auswirken, sodass wir damit rechnen müssen, dass die NPD zwar nicht mehr im Stadtrat vertreten sein wird, jedoch dafür die AfD möglicherweise viertstärkste Kraft sein könnte.

Rassistische Hetze an der Castroper Straße

Claus Cremer und Francis Marin bewerben Kampagne gegen den Moscheebau an der Castroper Straße gepostet am 10.08.19

Thematisch scheint die NPD sich bis zum nächsten Wahlkampf mit einem Moscheebau an der Castroper Straße beschäftigen zu wollen. So thematisierte sie diesen bereits am 10.04.2019. Dabei verknüpft sie den geplanten Moscheebau mit dem Slogan „Migration tötet“, um gezielt gegen Migrant*innen zu hetzen.
Seit Juli führte sie diesbezüglich Flyerverteilaktionen und Infostände durch, bei denen sie sich auch an einer Petitionsliste versuchte. Dabei war auch die aus Meersbusch stammende Vanessa Bredereck, Beisitzende des NPD-Landesvorsitz, anwesend. Diese wurde auf der Facebook Seite der NPD als Mitarbeiterin der Bochumer Ratsgeschäftsstelle ausgewisen. Ebenso posierte sie mit Claus Cremer am 31.07.2019 am S-Bahnhof Bochum Ehrenfeld mit dem Banner „Migration tötet“. Die Darstellung dieses Slogans wurde der NPD im Rahmen des Wahlkampfes und im Rahmen von Infoständen durch die Stadt Bochum verboten. Weiterhin gibt die NPD an im Berichtszeitraum 25 Flugblattverteilaktionen, 19 Infostände und 4 Schutzzonenpatroulien durchgeführt zu haben.

Rechte Übergriffe und weitere Naziaktivitäten
Im Bochumer Stadtpark wurden diverse Nazischmierereien angebracht. Hakenkreuze, Schablonen von Wehrmachtssoldaten und „Nazi“-Taggs. Ähnliche Schmierereien sind mehrfach in Gerthe und Hiltrop gesichtet und entfernt worden. Hierbei ist auffällig, dass versucht wird, den Stil von Nazischmiereien, wie man sie aus Dortmund Dorstfeld kennt, zu kopieren. Dass dies nicht gelingt, liegt zum einen an deren Entfernung durch Nazigegner*innen und zum Anderen an den fehlenden Fertigkeiten im Umgang mit der Sprühdose. Neben diesen „simplen“ Nazischmierereien kommt es auch zu klar antisemitischen und antimuslimischen Hetzparolen wie „Die Juden sind unser Unglück und der Islam unser Untergang“.

Leider blieb es nicht nur bei Schmiereien. So kam es am 20.06.2019 in der U35 zu einem Übergriff, nachdem ein junger Mann sein Gegenüber dazu aufforderte, rassistische Pöbeleien zu unterlassen. Bereits im Februar schoss ein 32-jähriger aus einer fahrenden Bahn. Bei seiner Festnahme machte er laut WAZ „rechte Gesten“. Im Rahmen des Wahlkampfes suchten auch Dortmunder Nazis das Bochumer Stadtgebiet an der Grenze zu Dortmund auf. So plakatierten Timo und Daniel Ewers Plakate der Partei „Die Rechte“ in Bochum-Werne und Langendreer. Hierbei machten sie ein Foto von einer Straßenecke, wo es nur wenige Tage später zu einer Brandstiftung kommen sollte. Bisher hat die Polizei Bochum noch keine Ergebnisse präsentiert. Wir fragen uns jedoch weiterhin, ob auch ein rassistisches Motiv bei den Ermittlungen berücksichtigt wurde. Daniel und Timo Ewers stammen aus Bochum Langendreer und verübten dort vor einigen Jahren diverse Übergriffe, ehe sie sich Richtung Dortmund orientierten und dort seitdem zum festen Umfeld der Partei „Die Rechte“ zählen.

Spontaner Protest gegen „Die Rechte“
In der Nacht auf den 24.05.2019 kündigte die Partei „Die Rechte“ an, eine Kundgebung in Bochum abhalten zu wollen. Begründet wurde diese Kundgebung mit dem Verhalten der Stadt Bochum, welche die Plakate der Partei entfernen ließ und Strafanzeige erstatte. Zudem dürfte die Entfernung der Plakate durch Antifaschist*innen, die der Stadt Bochum zuvorgekommen waren und diese zerkleinert in Dorstfeld abgeliefert hatten zu einer Mobilisierung nach Bochum beigetragen haben. Trotz nur weniger Stunden Mobilisierung formierte sich ein spontaner Gegenprotest mit zeitweise über 200 Personen. An der Kundgebung der Nazis nahmen auch ungarische und bulgarische Nazis teil, deren Teilnahme auf dem Bochumer Antifa Blog dokumentiert wurde.

Dem Rechtsruck entgegentreten – Protest gegen „Die Rechte“ in Bcohum am 24.05.2019

Paradigmenwechsel bei den Identitären
Nachdem Falk Schakolat und Bastian Hans im vergangenen Herbst geoutet wurden, zeigten diese sich offener bei Veranstaltungen der Identitären Bewegung. So nahm Hans im November des letzten Jahres bei einer Veranstaltung der Burschenschaft Germania in Marburg teil. Dort war er der Personenschützer für Alain de Benoist. Benoist kommt aus Frankreich und war zunächst in der rechtsterroristischen Jeune Nation aktiv, ehe er einer der Vordenker der sogenannten „Nouvelle Droite“ (Neuen Rechten) wurde.

Bastian Hans als Personenschützer von Alain de Benoist in Marburg am 24.11.18 (Foto: Pixelarchiv)

Falk Schakolat ist mittlerweile fester Teil des Medienprojekts „Ruhrpott Roulette“ und ist für Film und Schnitt zuständig. Bei „Ruhrpott Roulette“ handelt es sich um ein Videoformat von Alexander Naggert (Wesel) und Marius König (Essen), welche von den User*innen gewählte Aufgaben bewältigen müssen. Die oft langatmigen Videos enthalten plumpen Rassismus und peinliche Witze. Schakolat nahm zusammen mit Naggert an Veranstaltungen von Pegida in Dresden teil.

Kai Aleaxander Naggert und Falk Schakolat in einem Video von Ruhrpott Roulette (Quelle: Youtube)

Die einst so elitär daherkommende „Identitäre Bewegung“ scheint im Ruhrgebiet eher den Weg einer klassischen Neonazi-Kameradschaft zu gehen. Bei diesem Vorhaben ist die Bochumer Ortsgruppe hervorzuheben. Wie aus der Presse hervorging wurden am 10. April rechte Flugblattverteiler*innen in Altenbochum gestört. Diese Niederlage scheint vor allem dem ehemaligen Münsteraner Hooligan Bastian Hans nicht zu passen. So trommelte dieser einige Wochen danach Identitäre aus ganz NRW am Ort der Niederlage zusammen und posierte mit dem Banner: „Bochum is identitär“. Der Versuch eine schlagkräftige IB-Ortsgruppe darzustellen und zugleich an die eigenen Leute ein Zeichen der Stärke zu senden wurde von Anfang an dokumentarisch begleitet und endete kurz darauf in einer Polizeikontrolle, die nun wohl über die gesamte IB-Struktur in NRW verfügt. Die Fotos des Tages halfen in jedem Fall Leuten bei der Recherche. Auch die folgenden Fotos der Bochumer Ortsgruppe hinterließen die Handschrift Bastian Hans´, der krampfhaft versucht das Image einer sportlichen und motivierten Bochumer Ortsgruppe aufzubauen. So wurde ein Mobfoto für die angebliche Hausdurchsuchung bei Kai Alexander Naggert aufgenommen, bei dem die Identitären aus dem Ruhrgebiet nach ihrem regelmäßig stattfindenden Kampfsporttraining, welches Hans leitet, posteten. Für die gescheiterte IB-Demonstration in Halle am 20.07. drehte die Ortsgruppe ein Mobivideo mit dem Titel “Bochum kommt nach Halle”, welches zum großen Teil ebenfalls beim Kampfsporttraining der Gruppe aufgenommen wurde. Das actiongeladene, IB-untypische Video aus Kampfsport und Graffiti passt gut zur neuen Ausrichtung der Gruppe und erinnert stark an Videos von autonomen Nationalisten. Nach Halle organisierten die Identitären aus NRW einen Bus, dessen Besatzung den Tag in Halle ziemlich deutsch, nämlich mit stundenlangem Herumstehen und Bier trinken verbrachte, statt zu demonstrieren.

Das Außenbild der Bochumer IB, als auch von Defend Ruhrpott ähnelt eher einer unbedeutenden Ultragruppe eines Oberligaclubs, als ihren großen Vorbildern aus Halle, Wien oder Rom. Erwähnenswert ist jedoch, dass Bochumer Identitäre einen Austausch zu ihren Kamerad*innen in Großbritannien suchten. So posteten sie ein Gruppenbild aus London mit Aktivisten der Generation Identity aus London. Für weitere ausführlichere und aktuelle Informationen zu den Identitären in Bochum und im Ruhrgebiet legen wir euch die Dokumentationsseite www.identitäre-in-bochum.net (Twitter: @ibdoku) ans Herz.

Blick in die Nachbarstadt: Herne
Seit einigen Wochen versucht sich auch in Herne eine rechte Bürgerwehr zu etablieren. Unter dem Label von “besorgten Bürger*innen” möchten sie dort dem Vorbild aus Essen Steele folgen und wie die dortigen “Steeler Jungs” wöchentlich aufmarschieren. Im Gegensatz zu Essen Steele formierte sich in Herne zeitnah ein Bündnis, um eine Gegenmobilisierung zu organisieren. Die Bürgerwehr besteht in Herne aus rechten Hooligans, Nazis, Identitären und Rockern. So kamen am 20.08.2019 neben den Dortmunder Nazis auch Identitäre aus Bochum zur Herner Kreuzkirche, um den dortigen Spaziergang zu unterstützen. Auch am 27.08.2019 traten dort Nazis mit einschlägigen Szeneshirts auf. Größeren Support erhalten die Herner Nazis der “First Class Herne”, von ihrem Labelbrüdern der “First Class Steeler Jungs” und “First Class Huttroper Jungs”.

Wie bereits angedeutet, gab es auch antifaschische Demonstrationen, Veranstaltungen und Interventionen, die wir jedoch nicht alle aufzählen möchten. Da wir jedoch damit rechnen müssen, dass die AfD im kommenden Jahr in bei den Kommunalwahlen in Bochum Fraktionsstärke erreichen wird, wollen wir hiermit eine Initiative bewerben, welche sich zur Beobachtung der AfD auf lokaler Ebene gebildet hat. Auf afd-watch-bochum.net (Twitter: afdwatchbo) findet ihr einiges zur AfD in Bochum.

Nazistrukturen aufdecken!
Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren!

Antifaschistische Linke Bochum,
August 2019

Keine Bühne für Stürzenberger

Am Samstag den 31. August 2019 plant der extrem rechte Islamhasser und verurteilte Volksverhetzer Michael Stürzenberger zusammen mit der islamfeindlichen „Bürgerbewegung Pax Europa“ eine Kundgebung in Bochum. Diese ist von 11 bis 18 Uhr angemeldet und soll am „Kuhhirten“ im Stadtzentrum stattfinden. Es ist davon auszugehen, dass Stürzenberger mit seinem Islamhass Personen aus dem extrem rechten (Identitäre, „Wutbürger“, Rassist*innen) und neonazistischen Spektrum (NPD, Die Rechte) anzieht.

Stürzenberger war Bundesvorsitzender der inzwischen aufgelösten rechtspopulistischen Kleinpartei „Die Freiheit“, ist regelmäßiger Autor im islamfeindlichen und verfassungsfeindlichen Blog „Politically Incorrect“, Mitglied in der Bürgerbewegung „Pax Europa“ und sprach wiederholt bei Pegida. Weiterhin trat er 2014 bei der zweiten Kundgebung der Gruppierung Hooligans gegen Salafisten (HoGeSa) in Hannover als Redner auf, hielt einen Koran hoch, während die rechten Teilnehmer „Anzünden“ skandierten. Anfang 2015 gehörte Stürzenberger zu den Mitorganisatoren von Kundgebungen eines Münchner Ablegers der Dresdner Organisation Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes. Dort nahm er am 12. Januar 2015 neben zahlreichen NPD-Funktionären und anderen bekannten Neonazis wie André Eminger, Philipp Hasselbach und zwei verurteilten Mittätern des 2003 geplanten Anschlags auf die Münchener Synagoge an einer extrem rechten Demo teil. 2014 bezeichnete Stürzenberger in einem seiner Artikel den Islam als „Krebsgeschwür“, wofür er verurteilt wurde. 2015 äußerte er bei einer Pegida-Kundgebung in Graz, dass jeder Moslem ein potentieller Terrorist sei, wofür er wegen Verhetzung verurteilt wurde. Wiederholt wurde er wegen Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen verurteilt – bis hin zu einer Bewährungsstrafe. Am liebsten vergleicht er dabei den Islam mit dem Nationalsozialismus. Er nutzt diese „Vehikel“ um seinen Hass gegenüber Muslim*innen und Geflüchteten auf der Straße und im Internet zu verbreiten.

In Bochum möchte Stürzenberger seine islamo- und xenophoben Inhalte anhand der geplanten neuen Moschee an der Castroper Straße unter die Leute bringen. Für ihn bietet das einen gelegenen Anlass, um gegen den Moscheebau Stimmung zu machen.
Tatsächlich müssen wir uns mit den Bauherren der Moschee auseinandersetzen. Die neue Moschee wird vom „Islamischen Kulturverein Bochum e.V.“ betrieben, der laut Medienberichten eine Nähe zur Muslimbruderschaft pflegt. So hatte dieser in der Vergangenheit Referenten aus diesem Spektrum in seine Räume geladen. Als Antifaschist*innen lehnen wir jegliche islamistische und regressive Bewegungen ab. Wir betrachten diese Strömungen als menschenfeindlich und freiheitsgefährdend. Doch genau hier liegt der Unterschied zwischen einer antifaschistischen Intervention und Stürzenbergers Hasspredigten: Während Stürzenberger Muslim*innen pauschal als islamistisch und gefährlich darstellt, kritisieren wir als radikale Linke diese Stigmatisierung und lehnen sie ab. Kritik in diesem konkreten Fall muss präzise formuliert werden und richtet sich nicht gegen Menschen muslimischen Glaubens an sich, sondern gegen islamistische Strömungen, die ganz klar bekämpft werden müssen.

In diesem Sinne wollen wir Stürzenbergers extrem rechte, islamfeindliche und insgesamt menschenverachtende Positionen und Aussagen nicht unwidersprochen lassen. Zeigen wir gemeinsam, dass Menschenhasser in Bochum nicht willkommen sind!
Kommt ab 11:00Uhr zum Kuhhirten, Bongardstraße 27 und seid laut!

Bochum braucht deinen Hass nicht!
Stürzenberger, verpiss dich!


Antifaschistische Linke Bochum,
August 2019

Weder „Spaziergang“, noch „besorgte Bürger“- die extreme Rechte marschiert seit einem Monat in Herne

29.08.2019: Pressemitteilung der Antifaschistischen Linken Bochum zum rechten Aufmarsch in Herne

Weder „Spaziergang“, noch „besorgte Bürger“- die extreme Rechte marschiert seit einem Monat in Herne
Am 27.08.2019 versammelten sich bereits zum vierten Mal an einem Dienstag Personen aus dem extrem rechten Spektrum in der Herner Innenstadt. Diese versuchen seit mittlerweile einem Monat unter dem Deckmantel eines „Spaziergangs besorgter Bürger“ eine rechte Bürgerwehr aufzubauen und durch die Innenstadt zu marschieren. Während es bei den ersten beiden Aufmärschen Rechter (ca. 40-80 Personen) keinen organisierten Gegenprotest gab, konnte der Aufmarsch am 20. August 2019 auch aufgrund eines breiten, bunten Protestes nicht stattfinden. Dass es sich bei den gewaltbereiten und organisierten Rechten und ihrem Auftreten weder um „besorgte Bürger“ noch um einen „Spaziergang“ handelt, möchten wir im Folgenden darlegen.

HoGeSa, Nazihooligans, Rocker, Identitäre und Parteinazis – in Herne findet sich der rechte Mob

Bastian Hans und andere Identitäre am 20.08.2019 in Herne

Am 20.08.2019 kamen neben dem HoGeSa Klientel, welches sich in der Kneipe “Alt Herner Eck” trifft auch gewaltbereite Neonazikader der Partei “Die Rechte” zum Startpunkt an der Kreuzkirche. Auch Mitglieder der extrem Rechten Identitären Bewegung wollten am Marsch durch die Herner Innenstadt teilnehmen. Am vergangenen Dienstag waren diese erneut anwesend, liefen jedoch anstatt an der Demo teilzunehmen durch die Herner Innenstadt und bedrohten Gegendemonstranten. Diesmal beteiligten sich auch die “Steeler Jungs” an dem Aufmarsch, welche u.a. einschlägige Nazi Shirts trugen, z.B. das in der rechten Szene beliebte “HKN KRZ”- Shirt. Ein Journalist, welcher den Aufmarsch dokumentarierte wurde durch die anwesenden Nazis, Hools und Rocker bedrängt und bedroht.

Drohungen, Einschüchterung und Raumnahme sind das Ziel

Das martialische Auftreten dieser rechten „Bürgerwehr“ in Zusammenspiel mit der von ihr ausgehenden Gewaltbereitschaft hat das Ziel Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen, massiv einzuschüchtern und zu gefährden. Wohin das unmittelbar führt, zeigt Essen-Steele, in dem rechte Hooligans seit über einem Jahr einen ganzen Stadtteil terrorisieren und jeden Donnerstag marschieren.
“Der Marsch von gewaltbereiten rechten Hooligans, Rockern, Neonazis und Identitären darf nicht länger als „Spaziergang besorgter Bürger“ euphemisiert werden”, sagt Marvin Vogt von der Antifaschistischen Linken Bochum. “Es geht den Rechten als „Bürgerwehr“ um Einschüchterung und um den Kampf um die Straße” so Vogt weiter.
Am kommenden Dienstag möchte der rechte Mob erneut aufmarschieren.

Antifaschistische Linke Bochum,
August 2019

Zusatz:

Am 20. August 2019 versammelten sich bereits ab 16.30 Uhr etwa 30 rechte Personen, die dem HoGeSa-Spektrum zuzuordnen sind, an der Kneipe „Alt Herner Ecke“, um gegen 17.45 Uhr von dort zum Treffpunkt an der Kreuzkirche zu marschieren. Gegen 18 Uhr trafen dort etwa 10 mit dem Zug angereiste Dortmunder Neonazis der Partei „Die Rechte“ ein. Darunter befanden sich wichtige Führungspersonen der gewaltbereiten Dortmunder Neonaziszene wie Michael Brück, Siggi Borchardt, Matthias Drewer, Jim Koal, Pascal Ostholte, Tom Mattig und Alexander Deptolla. Kurz darauf gesellte sich eine Kleingruppe bekannter Mitglieder der Identitären Bewegung um den Bochumer Ex-Hooligan Bastian Hans zum etwa 100 Personen umfassenden rechten Mob. Der Herner „Spaziergang“ bot damit verschiedenen Gruppierungen der extremen Rechten von Identitären, organisierten Neonazis und HoGeSa-Kreisen eine Plattform. Die überwiegend männliche Personengruppe marschierte schließlich nicht, was einerseits an einer fehlenden Anmeldung und andererseits an einem breiten Gegenmobilisierung lag. Als die Niederlage der Rechten deutlich wurde, zogen die Dortmunder Neonazis unter Polizeischutz zum Herner Bahnhof, um abzureisen. Der rechte Spuk löste sich schließlich auf, einige von ihnen zog es erneut in die Kneipe „Alt Herner Eck“ zurück.

Dortmunder Neonazis am 20.08.2019 in Herne (Foto: Infozentrale)

Vorgestern, am 27. August 2019, meldeten Rechte eine Demonstration samt Route an, um nicht erneut umsonst angereist zu sein. Am Netto hinter dem Herner Bahnhof fand sich ab 17.30 Uhr erneut eine Mischung aus Nazihools, Bandidos-Rockern und HoGeSa-Klientel ein. Diesmal unterstützten etwa 30 „Steeler Jungs“ die rechte Demo. Dabei waren auch Mitglieder der „Division Herne“. Erneut suchten drei Mitglieder der Identitären Bewegung um Bastian Hans die rechte Demo auf, welche ein vertrauliches Gespräch mit Mitgliedern der “Steeler Jungs” hielten. Die Gesinnung der TeilnehmerInnen wurde von einem Mitglied der „Steeler Jungs“ mit einem „HKN KRZ“-Shirt nach außen getragen. Weitere einschlägige Nazishirts waren zu sehen. Mindestens zwei Rechte führten ihre Motorradhelme als Passivbewaffnung während der Demo mit sich. Die Anzahl rassistischer „Mitläufer“ nahm im Vergleich zur Vorwoche noch einmal ab, sodass sich ein harter Kern immer stärker herauskristallisiert. Gegen Ende der Demonstraion wurden Gegendemonstranten und ein Journalist bedrängt und bedroht.

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Keine rechte Bürgerwehr in Herne!

Seit einiger Zeit versucht sich auch in Herne eine rechte Bürgerwehr aus selbsternannten „besorgten Bürger*innen“ zu etablieren. Die ersten beiden Male trafen sie sich an der Kreuzkirche und liefen von dort aus zum Herner Bahnhof. Bei ihrem sogenannten Spaziergang wollen sie für Ordnung und Sicherheit sorgen. Dabei löste der Mob bei den meisten Besucher*innen der Herner Innenstadt ein Gefühl des Unwohlseins aus, wie die WAZ berichtete.

Der erste Protest gegen die Bürgerwehr, die aus rechten Hools, Rockern und Nazis besteht, formierte sich in der vergangenen Woche. Auch war es der Bürgerwehr aufgrund einer ausstehenden Anmeldung nicht möglich ihren Spaziergang durchzuführen.

Nun möchten diese am morgigen Dienstag einen erneuten Anlauf inclusive Anmeldung wagen. Doch auch der Gegenprotest schläft nicht. So findet ein großes Fest auf dem Robert-Brauner Platz ab 17:30Uhr statt, um den Rechten den öffentlichen Raum nicht zu überlassen.

Auch Bochumer Antifaschist*innen werden morgen gemeinsam nach Herne reisen, um dort die Proteste gegen den rechten Mobb zu unterstützen.

Kommt daher morgen um 16:45 Uhr zum Hinterausgang des Bochumer Hauptbahnhof, um gemeinsam mit anderen Antifaschist*innen anzureisen.

Antifas aus Bochum

 

 

Sommer, Sonne, Antifa!

Sommer, Sonne, Antifa!

Kultur- & Politik-Festival! vom 8. bis 11. August 2019

Rechtspopulisten ziehen in die europäischen Parlamente ein.
Es wird propagiert, dass der Kohleausstieg kommen soll – jedoch nicht wann.
Die zivile Seenotrettung wird weiter kriminalisiert, um Menschen an ihrer Flucht in ein besseres Leben zu hindern und ihren Tod billigend in Kauf zu nehmen.

Im Jahr 2019 sind dies genug und leider noch lange nicht alle Gründe, warum es wichtig ist, sich zu engagieren und auf die Straße zu gehen. Doch wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen.

Ob solidarisch bei den Fridays-for-Future-Demos, beim Blockieren von Naziaufmärschen oder der Verhinderung einer weiteren Abschiebung in ein Kriegsgebiet; Uns eint, dass unsere bunte und vielfältige Bewegung sich als antifaschistisch und antikapitalistisch versteht.

Um gerade in dieser schnelllebigen Zeit eine Möglichkeit zu bieten, sich abseits vom stressigen Alltag kennenzulernen, auszutauschen und voneinander zu lernen, veranstalten wir dieses Jahr das Kultur- & Politik-Festival „Sommer, Sonne, Antifa!”.

Über vier Tage (Donnerstag bis Sonntag) bieten wir euch Kultur, Workshops, Vernetzung, Vorträge, und natürlich viel Zeit um zu diskutieren und einander kennenzulernen.

Wir – das sind Menschen aus verschiedenen antifaschistischen Zusammenhängen – haben uns zum Ziel gesetzt, politisch interessierten Menschen einen Raum zu geben, um Wissen auszutauschen und sich zu vernetzen.

Wir richten uns dabei an alle, egal ob ihr noch keine Erfahrung im politischen Aktivismus habt, euch bereits mit Freunden auf politischen Aktionen bewegt oder sogar seit Jahren aktiv seid.
Die Vermittlung von Grundkenntnissen als praktischer und theoretischer Einstieg in Themen wird ebenso Teil des Programms sein wie Angebote zur inhaltlichen Vertiefung und Diskussion. Gemeinsame Aktionstrainings und Kulturangebote runden das Programm ab.

Wir freuen uns auf vier spannende Tage mit euch!

Weiter Infos unter: https://sommersonneantifa.blackblogs.org/

Antifaschistische Aktion Bochum

„25 Jahre Tod von Halim Dener. Eine deutsche Geschichte.“

Info- und Mobi-Veranstaltung „25 Jahre Tod von Halim Dener. Eine deutsche Geschichte.“

Halim Dener wäre heute 41 Jahre alt, hätte ihm nicht vor 25 Jahren, in der Nacht vom 30. Juni auf den 01. Juli, ein deutscher Polizist in den Rücken geschossen. Halim Dener wurde erschossen, weil er Plakate der kurdischen Befreiungsbewegung plakatierte. Er repräsentiert in seiner Person viele verschiedene Kämpfe, die hier und weltweit geführt werden – der Kurdistan-Konflikt, Krieg und Flucht, Repression linker Ideen und Organisationen sowie (rassistische) Polizeigewalt.

25 Jahre Tod von Halim Dener. Eine deutsche Geschichte.


Vor 5 Jahren wurde in Hannover eine Kampagne gestartet, um an Halims Schicksal zu erinnern und eine Auseinandersetzung in der Stadt anzustoßen. Die Kampagne ruft zum 25. Todestag ein letztes Mal dazu auf, zusammen auf die Straße zu gehen.
In der Veranstaltung – mit Gästen aus Hannover – wird die Geschichte von Halim Dener erzählt, über den Kampf in Hannover für ein würdiges Gedenken an ihn berichtet, und von den Plänen für die anstehende bundesweite Gedenkdemonstration am 6.7.2019 in Hannover erzählt – natürlich geht es dabei auch um die aktuelle Repression gegen die kurdische Bewegung, auch hier in der BRD.

Kommt daher am 21.06.2019 ab 19:00 Uhr in das Provisorium in Bochum (Dorstener Straße 17).

Mehr zur „Halim Dener Kampagne“ findet ihr unter:
http://halimdener.blogsport.eu/

Antifaschistische Linke Bochum,
Juni 2019