Fakten gegen Verschwörungsmythen

Letzte Woche Samstag (27.03.2021) konnte ein kontinuierlicher Gegenprotest die Veranstaltung der verschwörungsideologischen Gruppe „Querdenken 234“ erheblich stören. Die Veranstalter*innen sahen sich gezwungen immer wieder auf die Gegenrede in Form von Schildern und Rufen einzugehen. Ein voller Erfolg für die anwesenden Antifaschist*innen.

Der Gegenprotest wurde für diesen Samstag (03.04.2021) von der „Querdenken“-Orga dazu aufgerufen erneut zu erscheinen und Argumente und Fakten zu liefern.

Diesem Wunsch nach Aufklärung wollen wir nicht im Wege stehen.

Um die Kundgebung und den Demozug zu begleiten, haben wir ein paar Fakten über Covid-19 und Querdenken auf Schildern zusammengetragen. Diese könnt ihr euch ausdrucken, vor der Veranstaltung in der Stadt aufhängen oder hochhalten, während die Verschwörungsideolog*innen ihre kruden Thesen verbreiten.

Recherchiert auch gerne weitere Fakten und tragt sie auf der leeren Vorlage ein.

Solltet ihr keinen Drucker besitzen, werden wir auch Exemplare zum wegnehmen in der Stadt platzieren oder ihr werdet selber kreativ.

Lasst uns Querdenken und ihren Verschwörungstheorien nicht die Stadt überlassen!

Kommt am Samstag ab 15 Uhr in die Bochumer Innenstadt!

„Querdenken“ wird sich erneut am Dr. Ruer Platz treffen und von dort aus einen Demonstrationszug beginnen.

Seid laut, seid kreativ und liefert mit uns Fakten gegen Verschwörungsmythen!

Antifa 4630

PDF Format zum Ausdrucken:

Schild Antisemitismus Bochum

Schild Antisemitismus

Schild Blanco

Schild Gefahr für andere

Schild Gefährdung durch Querdenken

Schild Grippe

Schild Intensivbetten

Schild Langzeitfolgen

Schild Masken Wirksamkeit

Schild Mit Nazis marschieren

Schild Mutationen

Schild Tote

Schild Weltärztepräsident

Kontinuierlicher Gegenprotest bringt „Querdenken“ aus der Fassung

Am vergangenen Samstag, den 27.03.2021, fand erneut eine Kundgebung mit anschließendem Demonstrationzug des Bochumer Querdenkenablegers „Querdenken234“ statt. An dieser nahmen bis zu 85 Personen teil.
Am Rande der Veranstaltung kam es immer wieder zu Protestaktionen von Antifaschist*innen.

Um 15:00 Uhr startete die Veranstaltung von „Querdenken234“ auf dem Dr. Ruer Platz in der Bochumer Innenstadt. Während sich anfangs lediglich ca. 30 Personen einfanden, stieg die Zahl der Teilnehmenden im Verlauf auf ca. 85 an.
Zu Beginn der Veranstaltung wurde durch das Ordnungsamt die Maskenpflicht kontrolliert und vereinzelte „Querdenker*innen“ wurden an den Rand des Platzes verwiesen. Ebenso kam es zu einer kurzen Diskussion zwischen Mitarbeiter*innen des Ordnungsamtes und dem Organisator der Kundgebung, Peter Dragon, über Atteste zur Befreiung der Maskenpflicht.
Wenig später gab es einen kurzen Werbeblock für die „Querdenken234“ Jacke, diese würde „als Erkennungszeichen dienen“ und auch „positive Reaktionen“ hervorrufen.


In weiteren Redebeiträgen wurde von der Demonstration in Kassel berichtet. Etwa 15 Personen meldeten sich auf die Frage, wer aus Bochum dabei gewesen sei. Im weiteren Verlauf wurde der Wunsch nach einem „Kassel 2“ laut.

Gegenprotest am Rande der Veranstaltung

Am Rand der Kundgebung formierte sich schnell Gegenprotest, der vermehrt die Aufmerksamkeit von „Querdenken234“ auf sich zog, denn es wurden Schilder gezeigt und es gab lautstarke Gegenrede gegen die wirren Thesen der Vershwörungsideolog*innen. Immer wieder wurde der Gegenprotest über die Lautsprecheranlange angesprochen und Bezug auf die Schilder der Protestierenden genommen. „Querdenken“ wurde aus der Fassung gebracht und wirkte nervös anhand der ca. 40 Gegendemonstrant*innen, die die Demo kontinuierlich bis zu ihrem Ende begleiteten.

Während sich der Demonstrationszug um 15:45 Uhr in Richtung Drehscheibe/ Boulevard in Bewegung setzte, erwarteten Antifaschist*innen diesen schon mit einem 15 Meter langen Transparent mit der Aufschrifft „Gegen Jeden Antisemitismus“ und machten deutlich, dass in Bochum kein Platz für Verschwörungsideolgien und Antisemitismus ist! Im weiteren Verlauf wurde der Zug kritisch begleitet, immer wieder kam es zu Zwischenrufe durch die anwesenden Antifaschist*innen.

Über den Ring zog „Querdenken234“ zum Rathaus um dort ihre „Abschlusskundgebung“ abzuhalten, wo sie erneut das 15 m lange Banner erwartete. Zu viel für Querdenken: Es wurden kaum eigene Beiträge vorgetragen, immer wieder wurde der Gegenprotest direkt angesprochen und die Diskussion gesucht. Hierbei wurde deutlich, dass es eine scheinbar unmögliche Aufgabe ist, mit Querdenker*innen zu debattieren, da sie nicht zugänglich für seriösen Argumenten und Fakten zu sein scheinen.


Für die nächste Woche hat „Querdenken234“ sich erneut angekündigt. Dann will die Gruppierung erneut den Dialog mit dem Gegenprotest suchen und kündigte an, ein zweites Mikro bereitzustellen, um Fakten auszutauschen.

Ein besonderer Dank gilt allen Antifaschist*innen, die auf der Straße waren und ihren Unmut klar und deutlich zum Ausdruck und „Querdenken“ aus der Fassung gebracht haben.

Antifa 4630

„Querdenken“ den Tag versauen!

Morgen (27.03.21) wollen sich erneut Verschwörungsideolog*innen des Bochumer „Querdenken“ Ablegers in der Innenstadt treffen und einen Demonstrationszug abhalten.

Bereits an den letzten Samstagen fanden derartige Aufzüge vom Dr. Ruer Platz über das Ordnungsamt am Musikforum zum Rathaus statt. Dabei wurden Postkarten mit Forderungen der Verschwörungstheoretiker*innen in die Briefkästen von städtischen Einrichtungen geworfen. Auch letzte Woche Mittwoch (16.03.21) hatte „Querdenken 234“ eine derartige Veranstaltung geplant. Dabei sollte zusätzlich zu den städtischen Briefkästen auch der Briefkasten des „Stadtspiegels“ mit Postkarten gefüllt werden. Unmut hatte die Zeitung bei den selbsternannten „Querdenker*innen“ erzeugt, weil sie einen kritischen Artikel über die Gruppe veröffentlichte. Der klägliche Versuch Zensur auszuüben und die Presse einzuschüchtern scheiterte an der Teilnehmendenzahl, die grade mal bei 20 lag und den Veranstalter dazu bewegte den geplanten Marsch abzusagen. QuerdeEs ist gut möglich, dass der Besuch beim „Stadtspiegel“ am morgigen Samstag nachgeholt werden soll.

Auch wenn bei der letzten Aktion von „Querdenken“ die Teilnehmendenzahl derart niedrig war, sollten wir im Hinterkopf behalten, dass letzten Samstag tausende Verschwörungstheoretiker*innen ohne Polizeibegleitung und Maske durch Kassel marschierten. Genau wie im Sommer in Berlin versagte der deutsche Sicherheitsapparat und den Verschwörungstheoretiker*innen und mitmarschierenden Neonazis wurde der Weg durch die Cops freigeprügelt, obwohl die Demonstration verboten war.

Auch „Querdenken 234“ rief zur dieser Veranstaltung in Kassel auf und wird sich durch die dort entstandenen Bilder bestärkt fühlen – diesen Zahn sollten wir ihnen direkt wieder ziehen!

Bochumer Antifaschist*innen haben immer wieder dafür gesorgt, dass Verschwörungstheoretiker*innen aller Couleur in unserer Stadt keinen Fuß auf den Boden bekommen. Lasst uns dafür sorgen, dass sie das auch morgen vergessen können!

Wir rufen euch dazu auf ab 15 Uhr in die Bochumer Innenstadt zu kommen und mit kreativen Aktionen aller Art ein Zeichen gegen Pandemie-Leugner*innen und Antisemit*innen zu setzen. Schnappt euch eure Bluetooth-Box oder eure Kochtöpfe und Löffel, malt Schilder, seid laut und zeigt „Querdenken“, dass Bochum keinen Bock auf sie hat!

Achtet dabei auf Abstände, tragt medizinische Masken und passt aufeinander auf!

Querdenken“ den Tag versauen!

Wir sehen uns morgen auf der Straße!

Antifa 4630

Ab nach Herne! „Querdenken“ Blockieren!

„QUERDENKEN“ BLOCKIEREN! 
Am Donnerstag, den 25.03.2021, ist ein verschwörungstheoretischer Autokorso, organisiert von Michael Schele („Querdenken211“) in Herne geplant, dieser soll um 19:00 Uhr am Platz der Cranger Kirmes abfahren. 
Korso 
Michael Schele veranstaltet, wie auch schon am 03.03.2021 und 17.03.2021, einen Autokorso. Startpunkt ist diesmal  nicht der Bochumer Kirmesplatz sondern der Platz der Cranger Kirmes in Herne. Die Sammelphase beginnt ab 18:00 Uhr, um 19:00 Uhr soll sich der Korso in Bewegung setzen.  
Ab nach Herne! 
Schon in der Vergangenheit haben Bochumer*innen gezeigt, dass in ihrer Stadt kein Platz für antisemitischen Verschwörungswahn ist, diesmal trifft es die Nachbarstadt und auch hier werden wir präsent sein. Entschlossen und solidarisch und unter der Berücksichtigung der besonderen Umstände durch die Coronapandemie, werden wir eine gemeinsame Anreise nach Herne organisieren. 
Wir rufen euch dazu auf, entweder den Weg nach Herne mit dem Fahrrad anzutreten oder zur gemeinsamen Anreise um 17:45 am Buddenbergplatz zu kommen.
Stellen wir uns  „Querdenken“ in den Weg!  
Achtet auf euch und auf andere! Es ist möglich, dass sich aggressive Autofahrer*innen unter den Teilnehmenden des Autokorsos befinden.
Tragt Masken, bewegt euch in Kleingruppen, bleibt mobil!   
Wir sehen uns auf der Straße! 
Antifa 4630

Antifa Giro Bochum – Auf Achse gegen Querdenken

Auf Achse gegen Querdenken! 
Am Mittwoch, den 17.03.2021, sind zwei verschwörungstheoretische Veranstaltungen in Bochum geplant. 
Querdenken234 mobilisiert um 17:00 Uhr zum Dr. Ruer Platz in die Innenstadt. Von dort aus soll um 17.30 Uhr eine Demo zum Rathaus starten. Michael Schele von Querdenken211 plant einen Autokorso, dieser soll um 19:00 Uhr am Kirmesplatz abfahren. 
Demo
Am 13.03 wurde auf der Internetseite des Stadtspielgels ein Leserbrief veröffentlicht, welcher für große Empörung unter den Querdenker*innen sorgte. So kündigt Peter Dragon,  Organisator von Querdenken234, an, den Briefkasten des Stadtspiegels zum bersten bringen zu wollen.
Auch bei den letzten Demonstrationszügen von Querdenken wurde bei verschieden Ämtern und Behörden halt gemacht, um dort Postkarten oder ähnliches mit eigenen Forderungen an die Behörden einzuwerfen. 
Während es fest in Verschwörungsideologien veranktert ist, sich als Opfer einer angeblichen Zensur zu inszeniern, versucht Querdenken234 ebenfalls mit ihrer Aktion, Druck auf eine lokale Zeitung und ihre Berichterstattung auszuüben und damit unangenehme Kritiker*innen zum Schweigen zu bringen. Diese Doppelmoral ist selbstentlarvend und passt in das Gesamtbild, welches Querdenken234 abgibt.
Korso
Michael Schele veranstaltet, wie auch schon am 03.03.2021, einen Autokorso. Startpunkt ist erneut der Kirmesplatz an der Castroper Straße. Die Sammelphase beginnt ab 18:00 Uhr, um 19:00 Uhr soll sich der Korso in Bewegung setzen. Bereits am 03.03. konnte der Autokorso nur mit Hilfe eines überdimensionierten Polizeiaufgebots durchgeführt werden, die Route, vorbei an der neuen Synagoge über zwei Hauptverkehsstraßen und durch zwei Städte, war ebenso skandalös wie das Verhalten der Polizei, welche durch gefährliche Fahrmanöver mehrfach die Sicherheit der Gegendemonstrant*innen gefährdete. 
Ab auf die Räder
Schon in der Vergangenheit haben Bochumer*innen gezeigt, dass in ihrer Stadt kein Platz für antisemitischen Verschwörungswahn ist. Entschlossen und solidarisch und unter der Berücksichtigung der besonderen Umstände durch die Coronapandemie, gelang es Bochumer Antifaschist*innen deutliche Zeichen gegen Querdenken und die von ihnen verbreiteten Lügen zu setzen. Daran gilt es anzuknüpfen!
Wir rufen euch dazu auf, euch auf eure Fahrräder zu schwingen und eine Radtour durch die Bochumer City zu machen.
Kommt ab 17:00 zur alten Post in die Innenstadt und stellt euch gemeinsam mit uns Querdenken in den Weg!
Wir haben bereits am 03.03., aber auch in Münster und in Dortmund gesehen, wie wirkungsvoll Störungen durch Fahrradfahrer*innen sein können.
Tragt Masken, bewegt euch in Kleingruppen, bleibt mobil!
Achtet auf verkehrssichere Fahrräder und denkt auch an ein Fahrradlicht, da es im Laufe der Veranstaltung dunkel werden wird. Wir wollen den Cops keinen Vorwand liefern Fahrradfahrer*innen zu stoppen.
 
Wir sehen uns auf der Straße!
Antifa 4630
   

Von Korso, Verlegung und Postkarten – Stand der Dinge bei den Verschwörungsideolog*innen in Bochum

Nachdem es zuletzt um die verschwörungstheoretische Szene in Bochum wieder etwas ruhiger wurde, verzeichnen die jüngsten Aktionen etwas mehr Zulauf und lenken verstärkt die Aufmerksamkeit auf “Querdenken” und andere Verschwörungsideolog*innen in Bochum.

“Für den Erhalt der Freiheit”

Anfang des Jahres erregte die verschwörungsideologische Kundgebung “Für den Erhalt der Freiheit”, um Organisator Peter Florian, vermehrt Aufmerksamkeit. Da unteranderem die extrem rechte “Bruderschaft Deutschland” aus Düsseldorf an dieser teilnahm. Während die Bruderschaft bei ihrem ersten ungebetenen Besuch in Bochum von Unbekannten in die Schranken gewiesen wurde, endete der zweite Auftritt der Bruderschaft und ihrer Kamerad*innen aus Essen, Mülheim und Köln in Platzverweisen. Wir berichteten.

Danach verirrten sich kaum noch Teilnehmende zu Peter Florians Kundgebung. Inzwischen findet die Kundgebung nicht mehr auf Bochumer Stadtgebiet statt und wurde auf den Willy-Brand-Platz in Essen verlegt – mit ähnlich niedrigen Zulauf. Grund für die Verlegung war die gleichzeitig in der Bochumer Innenstadt stattfindende Veranstaltung von “Querdenken 234”. Der Gegenwind, den die Veranstaltenden in Bochum erhalten haben, wird bestimmt auch seinen Teil zu der Verlegung beigetragen haben. Danke an alle, die sich Verschwörungsideolog*innen konsequent in den Weg stellen!

“Querdenken 234” – Autokorso und Demos

Während die Gruppe um Peter Florian ihre Aktivitäten verlegt hat, ist “Querdenken 234” aktiver geworden. Bei den bisherigen Standkundgebung am Husemann Platz fanden sich ca 60 Personen ein. Aktuell wächst diese Zahl an. Da Querdenken mittlerweile nicht nur eine Standkundgebung abhält, sondern seit dem 27.02.2021 wöchentlich in einem kleinen Demonstrationszug durch die Bochumer Innenstadt zieht, ist die Anzahl der Teilnehmenden auf zuletzt ca 100 Personen gestiegen.

Inhaltlich unterscheidet sich die neue Veranstaltung jedoch wenig von den vorherigen, neben dem üblichen Geschwarfel wird aber auch den Teilnehmenden Redezeit am “Open-Mic” gewährt.
Bisher ist “Querdenken” bei ihrem Demonstrationszug die drei Stationen Ordnungsamt, Rathaus und Gesundheitsamt abgelaufen, um dort Postkarten mit diversen verschwörungsideologischen Forderungen einzuwerfen. Sollte es bei diesem Konzept bleiben, sind keine Veränderungen der Route zu erwarten. Da “Querdenken 234” zuletzt an Bedeutung verloren hatte, erlag auch der wahrnehmbare Gegenprotest zunehmend. Es ist Zeit das zu ändern! Diese Woche Samstag (13.03.21) findet keine Demonstration von “Querdenken” in Bochum statt. Die Gruppe mobilisiert die Gruppe zur Großveranstaltung in Düsseldorf.

Eine engere Vernetzung zwischen der Bochumer “Querdenken” Gruppe und “Querdenken 211” aus Düsseldorf scheint wahrscheinlich, denn zum ersten verschwörungsideologische Autokorso am 03.03. in Bochum rief zunächst der Düsseldorfer Querdenkenableger auf. Wenig später mobilsierte dann auch “Querdenken 234” zu der von Michael Schele durchgeführten Veranstaltung. Schele ist Organisator von “Querdenken 211” aus Dortmund und wollte schon im November die “Querdenken” Kundgebung auf dem Bochumer Kirmesplatz besuchen, da er aber nur ein Kartoffelnetz als Maske trug, blieb ihm aufgrund eines unzureichenden Mund und Nasenschutzes der Zugang verwehrt. An dem Autokorso am 03.03. nahmen ca 30 Wagen teil. Auf Indymedia ist eine Artikel aufgetaucht, der die Kennzeichen der teilnehmenden Autos dokumentiert.

Ein überdemensioniertes Polizeiaufgebot, mit etlichen Motorrädern und Wannen, die sich selbst in den Korso einreihten, erschwerte die Störversuche der anwesenden Antifaschist*innen. Dennoch gelang eine kurze Sitzblockade auf der Strecke sowie das verzögern des Korsos an weiteren Stellen. Aufgrund des Polizeiaufgebot, müssen diese kleinen Störungen als Erfolg gewertet werden. Die Polizei tat alles dafür um “Querdenken” einen störungsfreien Ablauf zu ermöglichen und riskierte mehrfach durch gefährliche Fahrmanöver die Gesundheit von Gegendemonstrant*innen. Laut mehreren Berichten wurde Antifaschist*innen durch die Polizei sehr direkt mit Schlägen gedroht.
Trotzdem blieb der Gegenprotest, der sich umweltbewusst und sportlich auf Fahrrädern bewegte, während der gesamten Veranstaltung stabil und versuchte immer wieder auf die Route zu kommen.
Auch Eier sollen auf den Korso geflogen sein, was dem Gegenprotest bundesweit mediale Aufmerksamkeit einbrachte.

Die Route des Autokorsos verlief über die Dorstener Straße nach Herne und über die Bochumer Straße zurück zum Kirmesplatz. Während der ganzen Fahrt wurde aus einem Lautsprecherauto eine verschwörungstheoretische Nachricht in die Umgebung geschallt.

Es ist skandalös das einer Gruppierung wie “Querdenken”, zu deren Inhalten das ständige reproduzieren von antisemitschen Stereotypen gehört, eine Route an der neuen Synagoge vorbei gewährt wird und die Polizei ihr bestes tut, den Gegeprotest schon im Keim zu ersticken.
Non a Parole berichtete bereits im Anschluss dazu auf unserem Blog.

Querdenken Bochum befindet sich im Aufwind, der Autokorso hat bundesweit für mediale Aufmerksamkeit gesorgt (dem starken Protest sei Dank) und auch bei den Demonstrationen nehmen immer mehr Personen teil. Dementsprechend ist es nun an uns Antifaschist*innen diesen Trend zu stoppen.

Schon in der Vergangenheit haben Bochumer*innen gezeigt, dass in ihrer Stadt kein Platz für antisemitschen Verschwörungswahn ist. Entschlossen und solidarisch und unter der Berücksichtigung der besonderen Umstände durch die Coronapandemie, gelang es Bochumer Antifaschist*innen deutliche Zeichen gegen “Querdenken” und die von ihnen verbreiteten Lügen zusetzen. Daran gilt es anzuknüpfen!
Auf die Straße gegen “Querdenken” und Konsorten!

Erste vorläufige Pressemitteilung zum Querdenken-Autokorso

Vorläufige Pressemitteilung von non a parole – Antifaschistisches Kollektiv Bochum

Polizei ermöglicht verschwörungsideologischen Autokorso – Antisemit*innen können an der Bochumer Synagoge vorbei fahren

Die “Querdenken”-Bewegung hat am heutigen Mittwoch, den 03. März zu einem Autokorso in Bochum aufgerufen. Dem Aufruf gefolgt sind wenige Teilnehmende, sodass die Verschwörungsideolog*innen keine 25 Wagen voll bekommen haben.
Trotzdem wurde der Autokorso, welcher erstaunlicherweise als Demonstration genehmigt wurde, von einer Vielzahl an Polizist*innen begleitet und – man kann es nicht anders sagen – unterstützt. Zeitweise kam es zu gewaltsamen Übergriffen der Polizei auf Demonstrierende, die sich dem antisemitischen, verschwörungsideologischen Autokorso in den Weg stellten. Es wurde von mehreren verletzten Antifaschist*innen berichtet. Teilweise wurden Radfahrer*innen aus voller Fahrt von den Rädern geschubst und beleidigt.

Gegen den Autokorso mobilisierten verschiedene antifaschistische Gruppen und Zusammenschlüsse, darunter auch non a parole, um den Corona-Leugner*innen den Tag zu vermiesen. Diesem Aufruf sind mehrere hundert Menschen in der ganzen Stadt nachgekommen und machten sich zu Fuß und auf Fahrrädern in Richtung Kirmesplatz Grumme auf den Weg.
Die Polizei versuchte den ganzen Abend alles, um einen möglichst störungsfreien Autokorso zu gewährleisten und schreckte natürlich auch nicht vor willkürlichen Maßnahmen zurück. So mussten Fahrradfahrer*innen in der ganzen Bochumer Innenstadt befürchten, Platzverweise ausgesprochen zu bekommen. Dieses Vorgehen ist weder rechtsstaatlich, noch lässt es sich mit dem bei der Polizei so beliebten Schlagwort der “Gefahrenabwehr” begründen. Viel mehr ist es ein deutlicher Ausdruck polizeilichen Machtmissbrauchs. Wir hatten bereits zu Beginn der Polizeipräsidentschaft Jörg Lukats befürchtet, dass antifaschistischer Protest immer weiter kriminalisiert werden würde, diese Befürchtung bewahrheitet sich mit jedem antifaschistischen Protest in Bochum ein bisschen mehr. Doch wir lassen uns von einem ehemaligen Staatsschützer, der sich aktiv für die Vertuschung rechtsextremen Terrors eingesetzt hat, nicht entmutigen. Jedes Mal, wenn Verschwörungsideolog*innen, Rassist*innen, Antisemit*innen und andere Faschist*innen auf Bochums Straßen auftauchen, werden wir zuerst da sein. Und wir werden in der Überzahl sein!

Ganz besonders schockiert sind wir von der Tatsache, dass der offen antisemitische Autokorso von der Bochumer Polizei in direkter Hör- und Sichtweite an der Neuen Synagoge an der Castroper Straße entlang geführt wurde. Wir fordern sofortige Konsequenzen innerhalb der Polizeiführung! Dieses Vorgehen ist entweder politisch gewollt oder die Entscheidungsträger*innen innerhalb der Bochumer Polizei sind ihrer Aufgabe als Versammlungsbehörde nicht gewachsen.
Darüber hinaus fordern wir eine entschiedene Reaktion der Parteien! Es kann nicht sein, dass Bürgermeister Eiskirch noch im Dezember auf einer öffentlichen Chanukka-Feier betonte, dass jüdisches Leben wie selbstverständlich zu Bochum gehört und dass sich Menschen jüdischen Glaubens in dieser Stadt sicher fühlen sollen, während keine drei Monate später durch eine Veranstaltung offen auftretender Antisemit*innen eine solche Bedrohungskulisse aufgebaut werden kann!

Als der Autokorso auch auf dem Rückweg erneut an der Neuen Synagoge Bochum vorbeigeführt wurde, kam es zu einer bemerkenswerten Szene: Eine Person, die mit einer Israel-Fahne gegen den Antisemitismus der Coronaleugner*innen demonstrierte, wurde innerhalb kürzester Zeit von Polizist*innen umzingelt und es wurde ein Platzverweis ausgesprochen.

Wir stehen – anders als die Stadtpolitik – solidarisch Seite an Seite mit unseren jüdischen Mitbürger*innen und ein Angriff auf sie, egal in welcher Form, ist ein Angriff auf die offene, freie und solidarische Gesellschaft, die wir erreichen wollen!

Für uns gilt nach wie vor und für immer: Gegen jeden Antisemitismus!

non a parole – Antifaschistisches Kollektiv Bochum

Foto: Offenes Antifacafé Bochum

Combat 18 Nazi Sebastian Mietze lebt und arbeitet in Bochum Harpen!

Sebastian Mietze

In Bochum Harpen lebt seit einigen Jahren der Neonazi Sebastian Mietze (geb. 08.02.1983 in Bochum). Mietze ist seit Anfang der 2000er aktiver Unterstützer der rechtsterroristischen Gruppe Combat18 (bewaffneter Arm von Blood and Honour). Neben seiner Aktivität in der rechten Szene pflegt Mietze mit seiner Lebenspartnerin Alexandra Auffermann (geb. 02.08.1978) und einer gemeinsamen Tochter ein scheinbar bürgerliches Parallelleben in einer beschaulichen Reihenhaussiedlung im Bernsteinweg 13 in Bochum-Harpen.

 

Der unscheinbare Geschäftsmann

Sebastian Mietze auf Lehrgang von CWS BOCO (jetzt CWS Healtchcare)

Sebastian Mietze arbeitet seit einigen Jahren für das Unternehmen CWS-Boco (CWS Healthcare) an der Josef-Baumann-Straße. Dort ist er im Handel tätig und nimmt zum Teil Aufgaben wahr, die das Unternehmen repräsentieren. Aufermann ist als Friseurin tätig. Bereits vor einigen Jahren wurden rund um die Josef-Baumann Straße Aufkleber der rechtsterroristischen Gruppierung Combat18 verklebt. Combat 18 ist der bewaffnete Arm der Gruppe „Blood and Honour“ und in Europa für zahlreiche rechtsterroristische Anschläge verantwortlich. In Deutschland ist Combat 18 seit Januar 2020 verboten, da die Gruppe sich zum Nationalsozialismus bekennt und die Mitglieder ein rassistisches und antisemitisches Weltbild vertreten. Komischerweise hatte dieses Verbot wenig Konsequenzen für Mitglieder der Gruppierung, die im Ruhrgebiet wohnhaft sind. Zu diesen gehört auch Sebastian Mietze.

 

Oidoxie Streetfighting Crew – auch in Bochum

Oidoxie-Streetfighting-Crew Gruppenbild aus 2006

Mietze gehört seit mindestens 2003 der „Oidoxie Streetfighting Crew“ an, dem bandeigenen Ordnerdienst und Schlägertrupp der Rechtsrockgruppe „Oidoxie“ aus Dortmund. Auf dem Gruppenfoto der Streetfighting Crew aus dem Jahr 2006 ist Mietze deutlich zu erkennen. Oidoxie und ihr Frontmann Marko Gottschalk sind auf nahezu allen Rechtsrockkonzerten bzw. Festivals in der Bundesrepublik zugegen. Sie liefertern mit dem Lied „Terrormachine“ nicht nur eine Hymne für die Gruppe Combat 18, sondern sorgen mit ihren Auftritten auch dafür, dass regelmäßig Geld in die militante Naziszene fließt. Auch der „Streetfighting Crew“ wurde ein gleichnamiges Lied gewidmet. In diesem heißt es u.a.: „Wir halten stets zusammen, Kameradschaft ist das, was uns verbindet. Der Glaube an die Sache, ist das was niemals schwindet. Gemeinsam werden wir unseren Weg gehen. Zusammen siegen oder untergehen. Wir sind nationale Sozialisten. Und stehen auch dazu – Oidoxie Streetfighting Crew.“

 

“Der Glaube an die Sache, ist das was niemals schwindet” – Gepflegte Freundschaften
Auch wenn Mietze öffentliche Neonaziveranstaltungen eher meidet, pflegt er weiterhin freundschaftliche Kontakte in die Szene. So zählen der bereits erwähnte Marko Gottschalk, Agnes Zadow aus Herne, Robin Schmiemann (hat 2007 einen Migranten nach einem Raubüberfall niedergeschossen) und auch Michael Regener aka. Lunikoff (der Sänger der verbotenen Rechtsrock Band Landser) zu seinem Freundeskreis. Mietze begleitete Marko Gottschalk im April 2018 zum extrem rechten „Schild und Schwert Festival“. Er war bereits einen Tag vor Beginn des Festivals anwesend, sodass man davon ausgehen kann, dass er weiterhin zum festen Kreis der Band Oidoxie gehört und diese bei ihren Konzerten unterstützt, wenn nicht sogar in die Planung der Konzerte eingebunden ist.

Exkurs: Agnes Gabriele Zadow – auch Herne hat Bezug zu Combat18
Agnes Gabriele Zadow (geb.: 05.05.1978) lebt mit ihrem Kind aus erster Ehe in der Bergstr.90 in Herne. Auch sie ist Teil der Streetfighting Crew und seit Ende der 90er Jahre Bestandteil der Neonazisszene des Ruhrgebiets. Sie war lange Zeit mit Carsten Köppe, dem Anführer der Kameradschaft Witten-Dortmund, zusammen.
Danach folgte eine Ehe mit Denis Zadow, der ebenfalls Teil von Combat 18 Deutschland war und Frontsänger der Rechtsrockband Strafmass gewesen ist. Auch Strafmass besingt in einem Lied, die rechtsterroristische Gruppe Combat 18. Mit ihm lebte sie bis zur Trennung in Herne. Denis Zadow zog zurück nach Bremen, wo er aufgewachsen ist. Im August 2019 erschien Agnes Zadow mit Mitgliedern der Dortmunder Naziszene bei einem Aufmarsch der rechten “Bürgerwehr” in Herne. Das dortige Erscheinen wird kein Zufall sein, da sie mit Sven Falkenrich, der zum Orgakreise des rechten Aufmarsch in Herne zählte, im selben Haus wohnt.

 

Der Kontakt zu Stanley Röske
Hinzu kommt, dass Sebastian Mietze mehrfach Geld auf das Konto von dem Neonazi Stanley Röske überwiesen hat. Wie Exif Recherche berichtete, diente dieses Konto als Vereinskonto für militante Neonazis, die Combat 18 zugerechnet werden können. So überwies Mietze nicht nur monatliche Mitgliedsbeiträge in Höhe von 15 Euro, sondern auch einmalig 60 Euro als Familienhilfe. Weiterhin tätigte er am 22.08.2016 eine Überweisung in Höhe von 500 Euro auf das Konto von Stanley Röske. Am selben Tag überwies auch die Lebensgefährtin Alexandra Aufermann 300 Euro auf das selbe Konto. Auch Agnes Zadow aus Herne und ihr Exmann Denis Zadow tätigten Überweisungen auf dieses Konto. Stanley Röske ist einer der führenden Köpfe von Combat 18 in Deutschland. Auch er war Teil der „Oidoxie Streetfighting Crew“ und wird namentlich immer wieder mit den Morden des NSU an Halit Yosgat (Kassel) und Mehmet Kubasik (Dortmund) in Verbindung gebracht, da in der Zeit der Morde ein reger Austausch zwischen den Kasseler Nazis um Röske und der Dortmunder Combat 18 Gruppe bestand. Auch zu Stefan Ernst, der im Jahr 2018 den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke erschossen hat, hatte Röske nachweislich im Jahr 2002 Kontakt. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Geld, welches auf Röskes Konto einging, auch zur Beschaffung von Waffen diente.

“Leibstandarte Adolf Hitler” auf dem Körper

Sebastian Mietze mit Tatto der SS Division Leibstandarte Adolf Hitler auf dem Bein

Auch wenn Mietze versucht ein bürgerliches Leben zu führen, hat er keine Probleme damit, öffentlich Neonazisymboliken zu zeigen. So musste er sich bereits mehrfach wegen Verwendens verfassungsfeindlicher Symboliken vor Gericht verantworten. Geläutert ist er offenbar nicht, denn er ließ sich mehrere Tattowierungen mit einschlägigen Neonazibezug stechen, die man ohne weiteres beim Einkaufen im Bochumer Norden begutachten kann. So tattovierte er sich Wappen diverser SS Divisionen, darunter befindet sich auch das Wappen der SS Division „Leibstandarte Adolf Hitler“. Auf seinem rechten Oberam prangt ein SS Totenkopf und seinen Rücken zieren neben der schwarzen Sonne auf seinem Schulterblatt weitere Neonazitattowierungen.

Die Clique

Sebastian Mietze mit rechter Clique II

Mietze und Aufermann pflegen nicht nur Kontakte zu Neonazis außerhalb von Bochum. So sind sie in einen rechtsoffenen bis rechten Freundeskreis im Bochumer Norden eingebettet. Diese rechte Clique besteht größtenteils aus Männern im Alter von 35-50 Jahren, die gerne rechte Modemarken wie Thor Steinar tragen und am Maischützenabend den „Führer“ grüßen. U.a. haben einige von ihnen einen Motorradclub mit dem Namen „Teutonen“ gegründet.

Sebastian Mietze mit Kutte der Teutonen

Auf Mietzes Motorrad Kutte befindet sich neben dem Namen des Clubs und einigen Runen auch ein Patch der alten Motorradmarke NSU. Das Patch wird sich sicherlich nicht nur auf der Kutte aus Affinität zu eben dieser Motorradmarke befinden, sondern wird auch seine Sympathien zum rechten Terrornetzwerk „National Sozialistischer Untergund – NSU“ ausdrücken. Dass dieser Freundeskreis im Jahr 2016 geschlossen an einer Bürgerversammlung im Amtshaus Harpen gegen die Eröffnung einer Geflüchtetenunterkunft teilnahm, zeigt das rassistische Weltbild dieser Gruppe. Bei dieser Versammlung saß Mietze in der ersten Reihe und ergriff als Ünterstützer eines rechtsterroristischen Netzwerks mehrfach das Wort. Zu seinem Freundeskreis zählt auch der unter Bochumer Gastronomen bekannte Helmut „Manusch“ Schwalm. Dieser war zwar nicht bei der genannten Bürgerversammlung anwesend, behauptete jedoch im Frühjahr 2019 gegenüber der WAZ, dass maßgeblich alkoholisierte Migrant*innen dem Image des Bochumer Bermuda Dreiecks Schaden würden, da sie für Pöbeleien und Belästigungen sorgten. In Anbetracht Schwalms Kontakte zu Combat 18 Sympathisanten überrascht solch eine Aussage seinerseits nicht. Schwalm betreibt das “Kult” im Bochumer Bermuda Dreieck, in dem bereits der Identitäre Bastian Hans als Türsteher arbeitete.

 

Weiterhin verkaufte Mietze als Online Händler lange Zeit unter dem Account “Harpen1488” bei Ebay neben Ersatzteile für Motorräder, auch eine stichsichere Weste. Wozu er im Besitz einer solchen Weste war, wirft Fragen auf. Das bei der Clique aus dem Norden ein Hang zu Waffen und Militärdevotionalien besteht, kann man auch gut an einem alten VW erkennen, dessen Logo in den Reichsfarben lackiert wurde. Auch nahmen sie als Gruppe an größeren Geländespielen auf Bochumer Industriebrachen teil, die an Übungen für Häuserkampf erinnern. Sicherlich ein Hobby, dem viele Menschen nachgehen, welches jedoch unter den genannten Aspekten einen faden Beigeschmack erhält.

Wir fordern CWS-Boco (CWS Healthcare) als Unternehmen, welches deutschlandweit agiert dazu auf, das Arbeitsverhältnis mit Sebastian Mietze zu beenden. Auch rufen wir alle Anwohner*innen im Bochumer Norden dazu auf, uns Informationen zu Sebastian Mietze, Alexandra Aufermann und ihrem rechten Freundeskreis zukommen zu lassen. Wer Kontakte zu militanten rechtsterroristischen Mörderbanden pflegt, muss Konsequenzen erfahren!

Rechtsterroristen und ihre Freunde aus der Anonymität reißen!
Keine Rückzugsorte für Neonazis!

RechercheBO
01.03.2021

 

Ein Dank geht an Exif Recherche, deren Recherchen zu Combat 18 Grundlage für diesen Artikel sind.

Solidarisch & entschlossen – Ab aufs Rad gegen Schwurbel Autokorsos

 

Am 03.03.2021 wollen die Verschwörungstheoretiker*innen von „Querdenken“ einen Autokorso durch Bochum veranstalten. Dieses Konzept kennen wir bereits aus mehreren anderen Städten. Der letzte Autokorso am Samstag (23.02.) in Dortmund wurde durch antifaschistische Intervention zum Stillstand gebracht. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass auch der Zug durch Bochum ein Desaster wird.

Auffallend ist dass der Aufruf zur Veranstaltung von „Querdenken 211“ aus Düsseldorf beworben und initiiert wird. Dies könnte dazu führen, dass auch aus anderen Städten Verschwörungsideolog*innen nach Bochum kommen, um an dem Autokorso teilzunehmen. Die Bochumer Querdenken Gruppe bewirbt ebenfalls den Corso.

Ob zu Fuß oder im Auto, wir haben kein Bock auf antsemitische Verschwörungsideolog*innen auf Bochums Straßen! Lasst uns ihnen gemeinsam den Autokorso versauen und ihnen keinen Meter geben!

Der Startpunkt von „Querdenken“ ist um 18.00 Uhr auf dem Kirmesplatz auf der Castroper Straße. Abfahrt ist für 19.00 Uhr geplant.
Wir rufen euch dazu auf, euch auf eure Fahrräder zu schwingen und eine Radtour rund um den Kirmesplatz machen. Wir haben bereits in Hamburg, Dresden und in Dortmund gesehen, wie wirkungsvoll Störungen durch Fahrradfahrer*innen sein können.
Tragt Masken, bewegt euch in Kleingruppen, bleibt mobil!
Achtet auf verkehrssichere Fahrräder und denkt auch an ein Fahrradlicht, da es im Laufe der Veranstaltung dunkel werden wird. Wir wollen den Cops keinen Vorwand liefern Fahrradfahrer*innen zu stoppen.

Achtet auf euch und auf andere! Es ist möglich, dass sich aggressive Autofahrer*innen unter den Teilnehmenden des Autokorsos befinden. In Dortmund wurden Gegensdemonstrant*innen mit einem Baseballschläger bedroht und bei einer späteren Kontrolle eine Machete in einem Auto gefunden.

Wir sehen uns auf der Straße!

Antifa 4630

FDP Bochum verkennt in Zeiten von Rechsterrorismus antifaschistisches Engagement

Leon Beck – Wahlkampfplakat Kommunalwahl 2020

Am 27. Januar stellte die FDP Bochum in Person von Léon Beck in der 2. Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Bochum eine Anfrage mit dem Titel: „Auf keinem Auge blind: Extremistische Entwicklungen in Bochum beobachten!“. Darin stellt Beck zunächst auf Grundlage der irrigen „Hufeisentheorie“ Fragen zu extrem rechten und linken Strukturen in Bochum, um damit suggestiv eine gleichbedeutende Gefahr für Menschen und Demokratie heraufzubeschwören.

Becks Anfragen zur extremen Rechten in Bochum beziehen sich auf „Querdenken“, die Identitäre Bewegung und „andere rechte Gruppierungen“. Würde sich die FDP in Bochum ernsthaft Sorgen um die extreme Rechte in Bochum machen und sich mit den unterschiedlichen Phänomenen beschäftigen, hätte sie mitbekommen, dass es zuvorderst Bochumer Antifaschist*innen sind, die rechte und verschwörungsideologische Veranstaltungen dokumentieren, zu diesen Strukturen recherchieren, sowie Einschätzungen und Informationen dazu veröffentlichen. Diese und zivilgesellschaftliche Akteur*innen sind es auch, die Gegenveranstaltungen organisieren und Menschen gegen jegliche Form von Menschenverachtung zusammenbringen. Diese konsequente ehrenamtliche Arbeit hat über die Jahre dazu geführt, dass in Bochum kein ernsthaftes „Nazi-Problem“ entstehen konnte. Rassist*innen, Neonazis und Verbreiter*innen von Verschwörungsmythen haben in Bochum kaum Möglichkeit Aktionen ungestört durchzuführen und ihre Strukturen im Verborgenen aufzubauen. Erschöpfende Antworten auf seine Fragen hätte Beck auf dem Blog Antifaschistischer Gruppen in Bochum bekommen: https://antifabochum.noblogs.org/ .
Zur Identitären Bewegung gibt es sogar eine bundesweit anerkannte Recherche- und Monitoringplattform in Bochum: http://identitaere-in-bochum.net/.
Dort, wo es aktive Antifa-Strukturen gibt, hat es die extreme Rechte schwer sich zu entfalten. Erst letzte Woche konnten Antifaschist*innen einen mehrfach veurteilten, gewaltbereiten Neonazi identitifizieren, der für die seit Monaten in Gerthe und anderen Bochumer Stadtteilen angebrachten Hakenkreuze und andere menschenverachtende Schmierereien verantwortlich ist. Staatliche Behörden waren dazu offenbar nicht in der Lage.

Und da antifaschistische Recherche im Parteienspektrum nicht bei der AfD aufhört, konnten brisante extrem rechte Tendenzen auch bei der Bochumer FDP aufgedeckt werden. Da ist die Mitgliedschaft des FDP-Bundestagsabgeordneten und Kreisvorsitzenden Olaf in der Beek in der rechten Burschenschaft „Ubia Brunsviga zu Bochum“, über die er Kontakt zu extrem rechten AfD-Politikern und einem Identitären hat(te). Der Stiepeler FDP-Lokalpolitiker Manfred Baldschus, der in der Bezirksvertretung Bochum-Süd sitzt, fiel dort bereits häufiger durch rassistische Äußerungen auf und auch sein Facebook-Profil verriet, dass er die rassistischen Begriffe „N*küsse und Z*schnitzel“ vermisst. Zu seinen Facebookfreund*innen zählen vier regionale AfD-Politiker*innen. Dass der Weg von der FDP zur AfD in Bochum nicht weit ist, bewies der Ex-AfD-Lokalpolitiker Sebastian Marquardt, der sich Baldschus in der Bezirksvertretung-Süd im November 2018 anschloss. Im August 2020 bewarb sich Leon Beck um den JuLi-Vorsitz in NRW. Ein eigens produziertes Imagevideo über ihn zeigte, wie er einen Antifa-Aufkleber abreißt. Nach anschließender Kritik von allen Seiten verlor er schließlich das Duell um den JuLi-Vorsitz.

Mit seiner neuerlichen Anfrage läutet Leon Beck eine neue Runde in seinem Kleinkrieg gegen Antifaschist*innen in Bochum ein. Seine Fragen nach „gewaltbereiten Linksextremisten“ oder gar „Präventionsprojekten gegen Linksextremismus“ zeugen nicht nur von völliger Inkompetenz, sondern auch davon, dass er den Kampf gegen Rechts vor Ort delegitimiert. Gezielt versucht er die wertvolle, ehrenamtliche und oftmals gefährliche Arbeit von Antifaschist*innen zu kriminalisieren. Die Bochumer FDP stellt sich damit in die Reihe von Anfragen, die von der AfD, wie zuletzt in Sachsen-Anhalt geschehen, immer wieder eingebracht werden, um Nazigegner*innen und Strukturen auszuleuchten.

Wir und viele andere mutige Menschen führen den Kampf gegen Rechts in Bochum fort. Die Motivation gegen Antifaschist*innen zu agieren mag bei Rechten und Marktradikalen unterschiedlich sein, die Bekämpfung der Linken ist jedoch das vereinende Moment. Wer Deutschlands Geschichte kennt, weiß das.

Antifaschistische Linke Bochum,
Februar 2021