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Der Neonazi und Brandstifter Patric Knöpke

Patric Knöpke

Seit einigen Jahren berichten Bochumer Antifaschist*innen über ein hohes Aufkommen von rassistischen, antisemitischen und nazistischen Schmierereien im Bochumer Norden, welche sich im Jahr 2020 Richtung Wattenscheid verlagerten.
Hinter diesen Schmierereien steckt der Neonazi Patric Knöpke (geb. 1987 in Mülheim). Knöpke kommt ursprünglich aus Mülheim-Broich und zog nach einer Haftstrafe nach Gladbeck.

In Gladbeck hielt es ihn jedoch nicht lang, sodass er wahrscheinlich im September/Oktober 2018 nach Bochum zog. Er lebte dort bis Anfang 2020 in der Zunftwiese 92. Dabei verbreitete er während er im Bochumer Norden wohnte, genauso wie an seinen anderen Wohnorten zuvor, zahlreiche rassistische und neonazistische Schmierereien. Dazu zählten beispielsweise Hakenkreuze und antisemitische bzw. antimuslimische Parolen. So prangte ein ca. 20m langes “Die Juden sind unser Unglück und die Moslems unser Untergang” an der Radtrasse die gen Norden geht. Anwohner*innen und Antifaschist*innen haben die Schmierereien regelmäßig entfernt. Auch ein “gefälschtes” Schreiben der Stadt Bochum rief Anwohner*innen dazu auf, rassistische Schmierereien und ggf. Informationen zu den Urheber*innen zu melden. Nun werden diese Informationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Bereits in Mülheim war Knöpke bekannt, weil er im Umfeld des AZ Mülheim mehrfach Probleme verursachte. Knöpke hat ein aggressives Auftreten und gilt als unberechenbar. Er verbüßte bereits mehrere Haftstrafen, u.a. wegen schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung, Volksverhetzung und Brandstiftung. Er wurde für 22 Brandstiftungen zwischen den Jahren 2010 und 2012 verantwortlich gemacht. 2018 störte er u.a. mit dem Neonazi Robin Zahn und dem Identitären Noah von Stein in Essen eine „Wir sind mehr“ Demonstration.

Patric Knöpke mit Robin Zahn und Noah von Stein am 13.09.2018 in Essen bei der Störung einer „Wir sind mehr“ Demonstration

Wir gehen davon aus, dass Knöpke mehrfach das Graffiti in Gedenken an die Opfer des rechtsterroristischen Anschlags in Hanau übermalt hat. Diese Vermutung liegt nahe aufgrund des angebrachten Schriftbildes, als auch aufgrund der Tatsache, dass Knöpke regelmäßig im Umkreis des Bochumer Westpark mit seinem Hund beim Spaziergang gesichtet wurde. Es kann also davon ausgegangen werden, dass er zwischen dem Bochumer Westpark und Wattenscheid wohnen wird. Vorallem in Wattenscheid sind seit einigen Monaten vermehrt Nazischmiereien aufgetaucht. Auch in der U-Bahn Haltestelle Bochumer Verein/Jahrhunderthalle tauchte sein Graffiti Name sowie rechte Sticker und Hakenkreuze auf. Darüber hinaus verkehrt er regelmäßig auch in Gelsenkirchen und Essen-Steele. Dort sind Graffitis aufgetaucht, die Knöpke zugeordnet werden können. Oftmals verwendet Knöpke dieselben Schablonen in Form eines kleinen Hakenkreuzes oder des Konterfei eines Wehrmachtsolaten. Bereits in Gladbeck nutzte er im Mai 2018 solche Schablonen. Da Knöpke nicht nur eine Affinität zu Gewalt, sondern auch zum Rad fahren hat, hinterlässt er vorallem an den gut ausgebauten Radtrassen in Bochum und Umgebung seine Kürzel.

Während des Weihnachtsmarktes im Jahr 2019 arbeitete Knöpke als Zeitarbeiter an dem bekannten Kerzenstand auf der Bochumer Kortumstraße. In Sichtweite zum Stand hinterließ er ebenfalls seine Kürzel und rechte Aufkleber. In diesem Zeitraum kam es vermehrt zu Nazischmierereien auf der Bochumer Huestraße in der Bochumer Innenstadt. Weiterhin hat sich Knöpke mehrere einschlägige Nazitattoos stechen lassen, u.a. am Hals eine schwarz-weiss-rote Banderole mit dem dem SS-Slogan “Meine Ehre heißt Treue”. An dieser Banderole hängt wiederum ein Eisernes Kreuz, auf dem sich ein Hakenkreuz befindet. Ein weiteres Hakenkreuz befindet sich auf seinem Oberarm, auf dem auch ein SS-Totenkopf gestochen wurde. Eine Schwarze Sonne “ziert” seinen Ellenbogen.

Neben dem Nazigeschmiere hat sich Knöpke auch zunächst unpolitische Graffiti-Kürzel zugelegt. So malt er “BDG 247”, “KP”, “HL”, “Heil” und “Koma”. (Vorsicht: Verwechslungsgefahr mit dem Sprüher “Koma” aus Gelsenkirchen.)

Obwohl Patric Knöpke scheinbar seit Jahren an verschiedenen Orten im Ruhrgebiet für das Anbringen von Nazipropaganda verantwortlich ist, wurde bisher nichts zu seiner Person veröffentlicht. Da er augenscheinlich häufiger umzieht, haben wir uns für diese Veröffentlichung entschieden, damit an potentiell neuen Wohnorten die “Recherche” zu Patric Knöpke leichter fällt.

Antifaschistische Linke Bochum,
Februar 2021

 

 

Beiträge zu Gladbeck:
https://www.waz.de/staedte/gladbeck/unbekannte-bespruehen-laternen-in-gladbeck-mit-hakenkreuzen-id214804015.html

https://www.waz.de/staedte/gladbeck/taeter-spruehen-hakenkreuz-auf-stromkasten-in-gladbeck-id215203349.html

https://www.derwesten.de/region/hakenkreuz-moschee-gladbeck-id215459493.html

https://www.lokalkompass.de/gladbeck/c-ratgeber/gladbeck-hakenkreuzschmierereien-im-nordpark_a890544

https://www.lokalkompass.de/gladbeck/c-politik/nazi-schmiererei-in-gladbeck-mitte-farbenfrohes-graffiti-soll-hakenkreuz-schon-bald-ueberdecken_a892293

https://www.wr.de/staedte/gladbeck/schon-wieder-nazi-schmierereien-in-gladbeck-entdeckt-id214308925.html

Mülheim:
https://www.derwesten.de/staedte/muelheim/24-jaehriger-soll-autos-in-muelheim-essen-und-oberhausen-angezuendet-haben-id6281973.html