Die ehemalige Jugendorganisation der AfD „Junge Alternative“ (JA) wurde wegen ihrer rassistischen, volksverhetzenden und völkischen Ausrichtung vom Verfassungsschutz 2024 endgültig als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. Dies und der zunehmende öffentliche Druck führten dazu, dass die JA von der eigenen Mutterpartei 2025 aufgelöst wurde. Der maßgebliche Schirmherr und Förderer der JA in NRW war das „freundliche Gesicht des NS“ Matthias Helferich, der für die AfD zwar im Bundestag sitzt, gegen den jedoch aufgrund seiner NS-Sympathien ein Parteiausschlussverfahren läuft. 2026 gründete sich die Nachfolgeorganisation „Generation Deutschland“ (GD), die sich in NRW aus denselben Rechtsextremisten zusammensetzt, wie zuvor die JA – weiterhin protegiert durch Matthias Helferich. Helferich ist Höckes Stammhalter in NRW und fiel immer wieder mit positiven NS-Bezügen und rassistischen Aussagen auf, weshalb der Dortmunder Scharfmacher den extrem rechten Parteinachwuchs geradezu anzieht.
Der Vorstand der GD-NRW besteht in Gänze aus Helferich-Treuen und auch in Bochum versucht Helferich seinen Nachwuchs auf Linie zu bringen, obwohl dies eigentlich die Aufgabe von Christian Loose (Sprecher der AfD-Bochum und Landtagsabgeordneter) wäre. Jedenfalls hat er mit Leon Biallawons (Vorstand der GD-NRW), Kim-Alina von Wedelstädt (Vorstand AfD Bezirk Arnsberg) und Cedric Sontowski (abgewählter Vizebürgermeister von Wattenscheid) drei Bochumer*innen auf seiner Seite. Dieser interne Machtkampf geht so weit, dass Sontowski bei der internen Weihnachtsfeier Loose und seine Familie massiv bedrohte (https://www.ksta.de/politik/nrw-politik/bochum-wattenscheid-afd-will-eigenen-vize-bezirksbuergermeister-rauswerfen-1-1198671). Mittlerweile folgten den Worten offenbar Taten und Looses Haus wurde mit den Worten „Ratte, Raus aus der Partei“ besprüht, worüber er sich auf Instagram beschwerte. Jedenfalls führen Biallawons, Wedelstädt und Sontowski einen aggressiven Machtkampf im Kreisverband Bochum, der darauf abzielt ihr Gegner einzuschüchtern. Laut WAZ führt dies tatsächlich zu Angst im Bochumer AfD-Kreisverband. (https://www.waz.de/lokales/bochum/article411282508/radikale-jugend-in-der-afd-in-bochum-recherche-enthuellt-naehe-zu-extremen-rechten-a.html)
Die Drei neigen allerdings auch außerhalb des blau-braunen Sumpfes zur Selbstüberschätzung. Als völkische Nationalisten haben sie neben Menschen mit Migrationshintergrund vor allem einen Feind: die Bochumer Zivilgesellschaft gegen Rechts. Dabei versuchen sie gezielt Antifaschist*innen ins Visier zu nehmen, weshalb sie in den letzten Monaten vermehrt auf klassische „Anti-Antifa“-Arbeit setzen, wie man es von Neonazistrukturen aus der Vergangenheit kennt. Dabei werden Personen und Orte ins Visier genommen und als Feinde markiert. Weitere Recherchen zu den zentralen AfD-Scharfmachern in Bochum findet ihr hier:
- https://antifabochum.noblogs.org/2026/02/cedric-sontowski-ein-cholerischer-rassist-als-vize-buergermeister-von-wattenscheid/
- https://antifabochum.noblogs.org/2025/08/hoeckes-helfer-in-bochum-die-afd-jugend-im-wahlkampf/
- https://antifabochum.noblogs.org/2024/05/das-freundliche-gesicht-des-ns-erlebt-sein-stalingrad-in-bochum/
Die Selbstdemontage des David Böhle
Am 1. Mai 2026 waren jedoch nicht nur die drei bekannten Bochumer Rädelsführer*innen am Start, sondern auch ein „neues“ Bochumer AfD-Gesicht: David Böhle. Der Herr mit Sonnenbrille, der sich auf dem Gruppenfoto vor der „Zanke“ im Hintergrund versteckt ist der Drahtzieher hinter den Provokationen vor und in linken Orten in Bochum. Zuvor hatte er den 15-köpfigen AfD-Haufen in das „Neuland“ gesteuert, wo der Hürther AfD-Lokalpolitiker René Eyberg zum „Marsch auf die Bar“ geblasen hatte und schließlich tollkühn von einer „Schlägerei“ schwadronierte. Tatsächlich wurden die überwiegend jüngeren Neofaschisten ganz einfach konsequent vor die Tür gesetzt. Böhle spielte bei diesem Angriffsversuch die Vorhut, wurde aber aufgrund seines bereits zuvor erlangten Hausverbots umgehend vor die Tür gesetzt. Der frustrierte Haufen zog daraufhin vor die geschlossene „Zanke“ und machte ein Gruppenfoto vor heruntergelassenen Rollläden. Es ging der Gruppe offensichtlich darum, eine körperliche Auseinandersetzung zu provozieren. Böhle, der sich seit Jahren auch in und um alternative Orte bewegte und noch 2022 bei der „Kulturlinie Ruhr“ als Moderator auftrat, hinterließ an vielen Orten bereits damals einen negativen Eindruck. Immer wieder versuchte er mit menschenverachtenden Aussagen oder Verschwörungstheorien zu provozieren, was wiederholt in verbalen Auseinandersetzungen endete. In den vergangenen Jahren wurde er an folgenden alternativen Orten, bisweilen auch regelmäßig gesehen:
In einigen dieser Räume erhielt er aufgrund seines narzisstischen, raumnehmenden Auftretens bereits ein Hausverbot (vgl. Neuland). Deshalb ist er in diesen Kreisen auch kein Unbekannter und genau deshalb sind viele, die ihn auch nur flüchtig kannten nicht überrascht über seine Hinwendung zur extremen Rechten. Der gutbetuchte Provokateur von der Oskar-Hoffmann-Straße fühlt sich im bürgerlich-liberalen Ehrenfeld offenbar (noch) pudelwohl. Mittlerweile ist Böhle AfD-Mitglied und wurde bereits im Düsseldorfer Landtag gesehen, wo er offenbar für einen Landtagsabgeordneten arbeitet. Böhle ist also bei weitem kein überforderter Protestwähler (mehr), sondern Überzeugungstäter und verdient sein Geld als AfD-Angestellter. Interessant ist seine Positionierung innerhalb der höchst zerstrittenen NRW-AfD. So war Böhle in den sozialen Medien regelmäßig mit Akteuren des Vincentz-Lagers zu sehen und auch in Bochum suchte er die Nähe zu Christian Loose. Seit Kurzem unternimmt er jedoch einen Wechsel vom marktradikalen zum völkischen Flügel in der AfD. Ende April besuchte Böhle ein internes Treffen der GD NRW, welches beim Höcke-Fan Leon Biallawons in Wattenscheid stattfand. Dort besprachen die jungen Rechtsextremisten ein Buch des neofaschistischen Antaios-Verlags, welcher nur von einschlägigen Kreisen gelesen wird. Am 1. Mai war er nun Teil einer ebenfalls völkischen AfD-Truppe, die sich zuvor bei Matthias Helferich in Dortmund-Dorstfeld Mut angetrunken hatte. Offenbar weiß der opportunistische Böhle noch nicht recht auf welches Pferd er innerhalb der AfD setzen soll und versucht daher karrierebewusst in den befeindeten Lagern Punkte zu sammeln. Politisch hat sich David Böhle jedoch entschieden. Er hat sich die Leute ausgesucht, die zu seiner dissozialen Persönlichkeitsstruktur passen und bekommt dort nun endlich die Anerkennung, die er so lange in anderen Kontexten vergeblich gesucht hat. Er passt sich damit sehr gut in die Gruppe um die verbitterten Gestalten Leon Biallawons und Cedric Sontowski ein. Am Ende stehen verkrachte Existenzen, die ihre Zukunftsperspektive nur noch in einer extrem rechten Partei finden können und David Böhle zeigt ihnen aus Verbitterung die ganzen coolen Räume, die für ihn nun Tabu sind.
Parallel zu dieser Recherche haben wir eine Bewertung sowie eine Handlungsempfehlung an Bochumer Orte verschickt, die wir bei Interesse gerne auch an weitere Orte in Bochum versendet.
In Bochum gilt: Nazis müssen draußen bleiben.
Antifaschistische Linke Bochum, Mai 2026
p.s.: Ihr habt Infos zu rechten Strukturen in Bochum und Umgebung, dann meldet euch: antifabochum@riseup.net


