Wie Höckes Netzwerk in NRW wächst
Die AfD konnte in Bochum bislang noch keine relevanten politischen Erfolge feiern. Im Gegensatz zu manch anderer Ruhrmetropole blieb sie in Bochum deutlich hinter dem aktuellen Bundestrend zurück und wurde mit 14,9% drittstärkste Kraft bei der Kommunalwahl. Die AfD-Wahlkampfstände wurden überwiegend von kreativen Protesten, sodass diese meist keine positive Wirkung entfalten konnten. Dennoch konnte die AfD ihre Zustimmung auch in Bochum steigern, was auch am Bundestrend liegt. Zudem gab es in Bochumer Stadtteilen wie Gerthe und Wattenscheid bereits seit Jahren erhöhte AfD-Wahlergebnisse um die 20%.
Anfang November jedoch gelang der AfD-Bochum überraschenderweise ihr bislang größter lokaler Erfolg. Mit fünf Stimmen – davon kam eine Stimme von außerhalb der AfD – wurde Cedric Sontowski überraschend zum Vize-Bürgermeister in Wattenscheid gewählt. Konkret war dieses Votum tatsächlich überraschend. Jedoch zeigt sich seit Längerem, dass es sich die AfD in Wattenscheid gemütlich machen möchte. Dies liegt an mehreren Faktoren.
Struktur vor Ort: Da ist das „El Dorado Steakhaus“ in der Otto-Brenner-Straße 15. Eigentlich ein renommiertes und alteingesessenes Lokal im Wattenscheider Zentrum, welches jedoch seit Jahren seine Räume regelmäßig und wissentlich der extrem rechten Partei für Feiern, Vorträge und Stammtische zur Verfügung stellt. Dies dürfte vielen Gästen bislang verborgen geblieben sein. Unter anderem fand dort der erste AfD-Jugendstammtisch in Bochum am 8. November 2025 statt, bei dem der von Loose und dem Landesvorsitzende Martin Vincentz auserkorene Kandidat für den GD-NRW-Vorsitz Manuel Krauthausen für sich warb. Dieser unterlag jedoch Mitte Januar 2026 in Iserlohn seinem völkischen Herausforderer Luca Hofrath. Ebenfalls organisierte Christian Loose einen Neujahrsbrunch für den eigenen Parteinachwuchs im El Dorado am 11.01.2026. Offenbar sind die Inhaber des Steakhauses in Wattenscheid langjährige und überzeugte AfD-Unterstützer, denn nach unseren Recherchen bietet das Restaurant bereits seit September 2022 (Vortrag von Dr. Hartmut Beucker) der extrem rechten Partei Räumlichkeiten und das seitdem mindestens 14 Mal. Hier hat und hatte die AfD über viel zu viele Jahre eine sichere Basis, einen Rückzugs-, Rekrutierungs- und Veranstaltungsraum, der ihnen eine gewisse Aufbauarbeit ermöglichte.
- Im Tagungsraum des El Dorado fanden die AfD-Treffen statt
- Zu verifizieren am Mobiliar
- Die regelmäßigen Stammtische im El Dorado
- So zum Beispiel der Neujahrsbrunch mit Loose und Biallawons Mitte Januar
- Auf der Terasse entstanden Gruppenfotos der GD Bochum
Soziokulturelle Gründe: In Wattenscheid erzielte die AfD im Vergleich zu anderen Bochumer Stadtteilen seit Jahren deutlich überdurchschnittliche Wahlergebnisse. Zuletzt waren es knapp 20 %. Dasselbe Phänomen existiert in Randbezirken wie Bochum-Nord und -Ost und heißt Peripherisierung. Die sozialen Problemlagen und das gefühlte und tatsächliche Abgehängtsein ruft einen Zentrum-Peripherie-Konflikt hervor, der in Bochum rund 8% beim Wahlverhalten in Bezug auf die AfD ausmacht. Die soziale Lage und die materiellen Bedingungen sind hier entscheidend, denn obwohl der Bezirk Bochum-Süd geografisch ebenfalls ein Randbezirk, erhielt die extrem rechte Partei hier zuletzt nur 10%. Hinzu kommen präventive und kulturelle Angebote und der entscheidende Einfluss einer breiten und aktiven Zivilgesellschaft, die extrem rechten Umtrieben Einhalt gebietet. Zum Glück gibt es in allen Bezirken aktive, aufmerksame und solidarische Menschen, oftmals fehlt jedoch eine Struktur, ein Ort und ein gemeinsames Vorgehen. Randbezirke bekommen zudem weniger mediale Aufmerksamkeit als das Stadtzentrum, was der AfD und ihren Aktivitäten durchaus in die Hände spielt und ihnen ungestörte Treffen und Aufbauarbeit ermöglicht.
Personal: Der entscheidende Faktor sind jedoch zwei Wattenscheider AfD-Personalien. Leon Biallawons, der in Wattenscheid bzw. Gelsenkirchen-Ückendorf wohnt und Cedric Sontowski aus Günnigfeld. Dem sich innerhalb eines Jahres durchradikalisierten Biallawons widmeten wir bereits mehrfach unsere Aufmerksamkeit: https://antifabochum.noblogs.org/2025/08/hoeckes-helfer-in-bochum-die-afd-jugend-im-wahlkampf/ und https://antifabochum.noblogs.org/2024/06/afd-nachwuchspolitiker-in-wattenscheid/ und https://antifabochum.noblogs.org/2024/05/das-freundliche-gesicht-des-ns-erlebt-sein-stalingrad-in-bochum/. Am 05.02.2026 nahm Biallawons an einer AfD-interne Veranstaltung in Geilenkirchen teil, die Jan Pioch durchgeführt wurde. Anschließend entstand ein Foto auf dem Biallawons mit dem gewalttätigen Neonazi Dennis Busch aus Düsseldorf zu sehen ist, der mittlerweile von der „Bruderschaft Deutschland“ zur AfD gewechselt ist.
2021 marschierte Busch in Bochum vermummt auf und prügelte sich mit seiner „Bruderschaft Deutschland“ in der Bochumer Fußgängerzone. Anschließend wurde die Gruppe von der Polizei festgesetzt. Biallawons hat mittlerweile jegliche Berührungsängste verloren und rechnet sich selbst diesen extrem rechten Kreisen zu. Nachdem Biallawons seinen Abschluss an einer Berufsschule im Bochumer Zentrum aufgrund seiner rechtextremen Ansichten und dem daraufhin entstehenden Gegendruck von Mitschüler*innen abbrechen musste, setzt der Außenseiter nun voll auf eine rechtextreme Politkarriere.
- Da machte sich Biallawons noch über die Ängste seiner Mitschülerinnen lustig.
- Wenig später setzten sich diese zur Wehr und Biallawons musste die Berufssschule verlassen
Aus seiner Gesinnung und seinem Bekenntnis zum völkischen Teil der AfD auch in NRW machte er nie einen Hehl. Mittlerweile bekennt er sich klar zu den verfassungsfeindlichen und menschenverachtenden Deportationsplänen von Martin Sellner, Matthias Helferich & Björn Höcke, die von Rechtsextremisten als „Remigration“ bezeichnet werden.
- Biallawons fordert millionenfache Deportationen
- Biallawons verklebt in seinem Umfeld auch diese menschenverachtenden Sticker
- Biallawons steht zu den Deportationsplänen Martin Sellners, die auch auf dem Potsdamer Geheimtreffen besprochen wurden.
Ihre frühere Jugendorganisation, die „Junge Alternative“ (JA) löste die AfD mit Wirkung zum 31. März 2025 aufgrund rechtextremer Bestrebungen und eines möglichen Verbots durch den Staat auf und bereits damals saß Biallawons im Vorstand der JA-Südwestfalen-Ruhr, die wiederum vom „freundlichen Gesicht des NS“ Matthias Helferich aus Dortmund aufgebaut wurde. Helferich ist Höckes Mann in NRW und wird von diesem maßgeblich unterstützt und in regelmäßigen Abständen besucht.
Unter riesigen Protesten wurde am 29.11.2025 in Gießen die neue AfD-Jugendorganisation gegründet, die „Generation Deutschland“. Beobachter*innen und Öffentlichkeit wurde schnell klar, dass es sich hierbei lediglich um eine Umetikettierung derselben Strukturen und Personenkreise handelte, denn dieselben Gesichter und Netzwerke dominieren auch die neue Jugendorganisation. Ende 2025 unternahmen dieselben Kräfte den Versuch einer Reorganisation ihrer alten „JA“ in NRW und kündigten für den 17. Januar 2026 die Gründung der „Generation Deutschland NRW“ an. Wieder zogen völkische AfD-Politiker wie Matthias Helferich, Irmhild Boßdorf und Christian Zaum die Strippen und schickten ihren Nachwuchs ins Rennen, darunter der Bochumer AfD-Jungpolitiker Leon Biallawons. Diesmal hatte sich jedoch auch das vermeintlich bürgerlichere AfD-Lager um Martin Vincentz und Klaus Esser vorbereitet und Gegenkandidat*innen aufgestellt. So kam es in Iserlohn zum Schlagabtausch, aus dem das völkische-nationalistische Lager als absoluter Sieger
hervorging. So besteht der Landesvorstand der AfD-Jugend in NRW nun vollständig aus Helferich-Getreuen.
Anwesend in Iserlohn war auch Cedric Sontowski, der sich sichtlich über den Sieg der eindeutig antidemokratischen Kräfte und die Wahl von Leon Biallawons als Beisitzer im GD-NRW-Vorstand freute.
Sontowski (Jg. 1989) taucht seit Januar 2025 bei öffentlichen Veranstaltungen der AfD-Bochum auf und wurde dort zum ständigen Begleiter von Biallawons. Sontowski, aufgewachsen in Bochum-Günnigfeld betrieb zuvor die Kneipe „Zum Deutschen Haus“ in Bochum-Goldhamme und beteiligte sich bereits am 22.02.2025 an einem AfD-Wahlkampfstand in der Innenstadt. Seitdem nahm Sontowski an zahlreichen unterschiedlichen Parteiveranstaltungen teil und stieg trotz seiner kurzen Vorlaufzeit offenbar auch mangels seriösem Personal zum „OB-Kandidaten“ für Wattenscheid aufgestellt. Er selbst war hinter Maik Klaus, Bernhard Schneider, Ingrid Mohelska nur auf Listenplatz 4 gelistet. Am 04.11.2025 wurde Sontowski überraschend zum stellvertretenden Bezirksbürgermeister von Wattenscheid gewählt, was auch in der Landes-AfD Beachtung fand. Die anderen Parteien der Bezirksvertretung zeigten sich bestürzt. Die Vertreter*innen der Evangelischen Kirchengemeinde Wattenscheid und der Katholischen Kirche Wattenscheid verurteilten gemeinsam die Wahl Cedric Sontowskis zum Wattenscheider Vize-OB mit der Begründung: „Jede Form von völkischem Nationalismus und Ausgrenzung, wie sie von der AfD vertreten wird, lehnen wir daher entschieden ab.“ Weiterhin verlor Sontowski aufgrund seiner rechtsextremistischen Aussagen und Bekenntnisse die Zugehörigkeit seiner Kirchengemeinde, worüber er sich in einem Kurzvideo beklagte. Auf dem Weg zum überraschten Vize-Bezirksbürgermeister beteiligte sich Sontowski an den für seine Parteitätigkeit üblichen Flyer-Aktionen und Wahlkampfständen, oft gemeinsam mit Leon Biallawons. Darüber hinaus tat sich Sontowski aber auch durch Aktionen hervor, die weit mehr über seine Gesinnung sagen. Der Mittdreißiger rechnet sich selbst der „Bochumer Jugend“ zu und nahm wiederholt an Treffen der örtlichen AfD-Jugend teil. Mittlerweile bekennt er sich über sein Instagram-Profil zum verfassungsfeindlichen Konzept der millionenfachen Deportationen, die in rechten Kreisen als „Remigration“ bezeichnet werden. Die vormalige JA (und jetzige GD) wurde selbst vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft – dort scheint sich Sontowski wohlzufühlen. Deshalb führte er gemeinsam mit Biallawons auch aktionistische Propagandaaktionen wie Bannerdrops durch.
- Sontowski und Biallawons als Teil AfD-Jugend Bochum
- Sontowski bekennt sich wie Biallawons zu den Deportationsplänen
- Sontowski, Biallawons und Kim Alina von Wedelstädt beim Bannermalen
Am 10.11.2025 erinnerte das Kuratorium Stelen der Erinnerung e. V. gemeinsam mit der Bezirksvertretung mit einer Gedenkveranstaltung an die unvorstellbaren Verbrechen der Nazis. Dieses historische Datum der Reichspogromnacht wollte Sontowski für seine Zwecke instrumentalisieren und medial ausschlachten, weshalb er unter anderem gemeinsam mit Ingrid Mohelska und Sebastian Kosslers das Gedenken torpedierte. Dass es sich hier eindeutig nicht um eine aufrichtige Teilnahme, sondern um eine geplante Provokation der Gedenkenden ging, machte die blonde Dame der AfD deutlich, die mit ihrem Handy als Kamerafrau die Reaktionen auf die Provokation einfangen sollte und diese mit provozierenden Kommentaren versuchte auszulösen. Der stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums fand davor deutliche Worte und forderte die Rechten auf, den Ort zu verlassen. Sontowski verneinte dies und provozierte an dieser Stelle bewusst einen Abbruch des Gedenkens. Schließlich bezeichnete auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Serdar Yüksel die AfD-Provokation als Besudelung des Gedenkens, wonach das Gedenken doch noch zu Ende geführt werden konnte.
Nachdem der Versuch, das Gedenken an die Opfer des NS zu unterminieren knapp scheiterte zeigten Sontowski und Biallawons nur eine Woche später am 16.11.2025, wes Geistes Kind sie tatsächlich sind. Am Volkstrauertag führten sie am Kriegsmahnmal in Günnigfeld ein sogenanntes „Heldengedenken“ durch, genau wie es Neonazis in trauriger Regelmäßigkeit tun, um Geschichtsrevisionismus zu betreiben und Täter zu Opfern zu verkehren. Anschließend unternahmen beide den Versuch die eigene Aktion als Gedenken an die deutschen Trümmerfrauen zu verharmlosen. Das heutige Mahnmal ist jedoch eigentlich ein „Ehrenmal“ und trägt die Inschrift „Ihren gefallenen Söhnen – die Gemeinde Günnigfeld“.
Entsprechend scheint sein Hass Antifaschist*innen zu gelten, dem er über seine sozialen Medien regelmäßig Ausdruck verleiht: „Liebe Antifa, kommt doch gerne nach Günnigfeld. Heute werdet ihr mal ein paar RuffRiders [sic] sehen können. Warum IHR hier nicht stattfindet, [sic] weil ihr Lappen seid.“, schrieb er im Spätsommer 2025. Kurz darauf legte er garniert mit einem Günnigfelder-Garagenfoto nach: „Wir geben keinen Deut auf euch „Antifaspakos“ [sic] weil ihr nicht der Rede werd [sic] seid.“
- Sontowskis droht Antifaschist*innen mit seinen RuffRiders
- Aus einer Günnigfelder Garage heraus pöbelt Sontowski mit Freunden gegen Antifaschist*innen
Drohen und beleidigen funktioniert bei Sontowski offenbar aber nicht nur gegenüber Antifaschist*innen, sondern auch gegenüber parteiinternen Gegner, wie die Öffentlichkeit durch den Kölner Stadt-Anzeiger am 28.01.2025 erfuhr. Bei der internen Weihnachtsfeier der AfD-Bochum im Dezember bedrohte und beleidigte Sontowski zunächst drei Vorstandsmitglieder. Als daraufhin der Bochumer Landtagsabgeordnete Christian Loose intervenieren wollte, legte Sontowski erst richtig los und betitelte den RWE-Lobbyisten als „Hurensohn“ und drohte „Du kannst deinen Kindern andere Namen geben. Ich werde sie finden. Bisher habe ich dich in deiner Straße leben lassen. Ich mach dich kaputt“. Dies Aussagen sind dem Antrag auf ein Parteiausschlussverfahren gegen Sontowski beim parteiinternen Landesschiedsgericht zu entnehmen, welches bereits seit Ende Dezember läuft. Damit jedoch nicht genug, denn es gibt weitere schwerwiegende Vorwürfe gegen den AfD-Amtsträger: neben Beleidigungen, Bedrohungen soll Sontowski laut AfD-Parteifreunden ein strafrechtlich relevantes Symbol gezeigt haben. Traurigerweise scheint Sontowski, derartige Bedrohungen und Beleidigungen aus seiner Familie zu kennen, wie er der WAZ auf Nachfrage mitteilte: „Streitigkeiten gibt es in jeder guten Familie.“ Der Versuch, seine Hasstiraden kleinzureden wird ihm vermutlich wenig helfen, denn bald wird sich das Landesschiedsgericht mit seinem Parteiausschlussverfahren beschäftigen. Dies hatte AfD-Landtagsabgeordnete Christian Loose eingeleitet.
Wenn ihn nun selbst seine eigene Partei loswerden möchte, gibt es nun niemanden mehr, der ihn überhaupt noch in der Bezirksvertretung Wattenscheid sehen möchte. Deshalb und auch um einen weiteren Imageschaden vom Ruhrpottstädtchen Wattenscheid abzuwenden, bleibt nur noch ein Abwahlverfahren.
Abschließende Frage: Wo dieses besinnliche Weihnachtstreffen der Rechten stattfand? Natürlich im El Dorado in Wattenscheid, womit sich der Kreis schließt.
Widerstand: Wattenscheid, wie auch andere Randbezirke Bochums werden politisch benachteiligt. Peripherisierung ist ein Phänomen, welches Großstädte fast immer betrifft und auch für Ballungsräume wie das Ruhrgebiet insgesamt festzustellen ist. Damit einher geht auch eine soziale und kulturelle Benachteiligung Wattenscheids, die bis 1974 eine eigenständige Stadt war. Nun liegt sie als Stadtteil zwischen Essen, Gelsenkirchen und Bochum. In solchen randständigen Vierteln fühlt sich die extreme Rechte besonders wohl, wie die Beispiele Dortmund-Dorstfeld, Essen-Kray oder Essen-Steele zeigen. Ein Drittel der Menschen in Wattenscheid-Mitte lebt von sozialen Sicherungen. Dies hat unmittelbar negative Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt aber auch auf Zivilgesellschaft und damit die gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Rassismus und anderen Spaltungsversuchen. Die gesamtgesellschaftlichen Konsequenzen einer insgesamt antisozialen Politik zeigen sich damit auch in Wattenscheid. Eine breite Zivilgesellschaft gegen Rechts ist in Wattenscheid inexistent, weshalb sich „El Dorado“ als Stammlokal für die AfD in Bochum und Wattenscheid überhaupt erst etablieren konnte. Die beiden radikalisierten Rechten Biallawons und Sontowski fühlen sich in Wattenscheid offenbar auch noch ziemlich ungestört. Wattenscheid darf nicht länger ein Rückzugs- und Wohlfühlort für die AfD sein. Es braucht dringend eine organisierte Gegenmobilisierung gegen die rechten Umtriebe in Wattsche. Die regelmäßigen Mahnwachen der VVN-BdA vor dem Wattenscheider Rathaus bei Sitzungen der Bezirksvertretungen sind dafür ein guter Anfang. Das gemeinsame Ziel muss die Abwahl dieses extrem rechten, verbitterten Rassisten sein. Dazu braucht es Druck auf allen Ebenen aber es braucht vor allem alle stabilen Wattenscheider*innen!
Hintergrund:
Dass Sontowski den Landtagsabgeordneten Christian Loose derart niveaulos beleidigte und dabei auch seine Kinder und das Privatleben des Bochumer AfD-Häuptlings bedrohte kommt nicht von ungefähr. Loose unterstützt den aktuellen Landesvorstand unter Vincentz, den persönlichen Erzfeind von Matthias Helferich. Biallawons und Sontowski haben sich im Machtkampf um die Herrschaft im Landesverband hingegen schon seit Längerem für den selbsternannten „demokratischen Freisler“ Helferich entschieden. Eine maximale Provokation war es, dass Biallawons und die JA- bzw. jetzige GD-Führungsriege um den jetzigen GD-Vorsitzenden Luca Hofrath Helferich im Mai 2024 nach Bochum holten und sich damit über Loose hinwegsetzten. Helferich hatte bei Mutter Wittig aufgrund eines Antifa-Kessels zwar selber nichts zu lachen aber für Loose war dies eine Demütigung durch die eigene Jugend. Mittlerweile versuchen Loose, Vincentz und Co. sogar eine parallele Jugendstruktur aufzubauen, die sich jedoch gerade erst findet. In Bochum soll diese durch Maurice Pascal Stefan, den Jugendbeauftragten des KV-Bochum aufgebaut werden. Währenddessen forderte Biallawons Vincentz bei Instagram bereits zum Rücktritt auf: „Man sollte wissen, wann es Zeit ist aufzuhören.“ Loose und mit ihm die Bochumer AfD-Führungsriege hat Teile des Nachwuchses nicht mehr im Griff und wird vom völkisch-nationalistischen Nachwuchs angegriffen. Vor diesem Hintergrund ist auch Sontowskis verbaler Angriff auf Loose zu sehen und er zeigt, wie schäbig der Umgang dieser Menschen bereits untereinander ist. Während Loose und auch Vincentz noch krampfhaft versuchen eine möglichst bürgerliche, anschlussfähige Fassade zu wahren, reißen Sontowski, Biallawons und Konsorten der Partei die Maske vom Gesicht und liefern reihenweise Argumente für ein AfD-Verbot. So teilte der Instagram-Account der „GD Bochum“ neulich eine Solidaritätsbekundung des extrem rechten AfD-Blatts „Deutschlandkurier“ für Matthias Helferich und sogar Martin Sellner. Sellner ist ein bekannter Rechtsextremist und Rassist aus Wien, Kopf der Identitären Bewegung und hatte in der Vergangenheit immer wieder Kontakt mit Rechtsterroristen (Christchurch, Lübcke-Mörder), die sich auch durch seine menschenverachtenden Aussagen und Konzepte motiviert sahen. Ein Bekenntnis zu ihm, ist ein Bekenntnis zum Rechtsextremismus, weshalb die AfD nun ein Kontaktverbot für ihre Funktionsträger beschlossen hat, um das drohende Verbotsverfahren noch abzuwenden.
- Christian Loose lässt seinen eigenen Parteinachwuchs durch Maurice Stefan aufbauen
- Biallawons schießt gegen den AfD-Landesvorsitzenden Vincentz, enger Parteifreund von Loose
- Die GD Bochum unter Leitung von Biallawons bekennt sich öffentlich zum organisierten Rechtsextremismus mit Sellner, Helferich und Kotré
Fazit:
Wattenscheid bietet der AfD aus verschiedenen, obengenannten Gründen einen ruhigen Rückzugsraum in Bochum. Im „El Dorado“ können sich die Rechten nicht nur in Ruhe zum Essen, Feiern und zum Stammtisch treffen, sondern meist auch ungestört Wahlkampfstände abhalten und die beiden extrem rechten Strippenzieher Sontowski und Biallawons sind hier auch zu Hause. Der zivilgesellschaftliche Widerstand gegen diese Partei muss nun aufgebaut, strukturiert und aktiviert werden, denn auch Wattsche bleibt stabil gegen Nazis!
Antifaschistische Linke Bochum, Februar 2026
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Ein weiterer Artikel zur AfD-Bochum von den „Unabhängigen Antifas aus Bochum“: https://antifabochum.noblogs.org/2025/09/bochumer-afd-kandidat_innen-kommunalwahl-2025/
























